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IGFM
06. März 2019

Heftige Kritik an Malaysia als Partnerland der Reisemesse ITB

Das islamisch geprägte Malaysia in diesem Jahr offizielles Partnerland der Internationalen Tourismus-Börse. Foto: ITB Berlin
Das islamisch geprägte Malaysia in diesem Jahr offizielles Partnerland der Internationalen Tourismus-Börse. Foto: ITB Berlin

Berlin/Frankfurt am Main (idea) – Menschenrechtler haben kritisiert, dass Malaysia in diesem Jahr offizielles Partnerland der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) vom 6. bis 10. März in Berlin ist. Das islamisch geprägte Land steht in der Kritik, weil es israelfeindlich ist und Menschenrechte verletzt. So bezeichnete Ministerpräsident Mahathir Mohamad Juden als „hakennasig“ und attestierte ihnen einen „instinktiven Sinn für Geld“. Im vergangenen Jahr wurden zwei lesbische Frauen zu Peitschenhieben verurteilt. Der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Martin Lessenthin (Frankfurt am Main) sagte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Malaysia ist ein Fehlgriff der ITB und damit des Landes Berlin.“ Es handle sich um einen Staat, der unter anderem Homosexuelle foltere, Frauenrechte missachte und Christen diskriminiere. Juden seien in Malaysia unerwünscht. Bürger mit israelischem Pass dürften nicht in das südostasiatische Land einreisen. Dort gelte die islamische Gesetzgebung, die Scharia. Es komme immer wieder vor, dass Pastoren und Gemeindeleiter verschleppt werden.

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Wechsel vom Islam zum Christentum kann schlimme Folgen haben

Lessenthin: „Insbesondere ethnische Malaien müssen mit schlimmen Folgen rechnen, wenn sie sich vom Islam abwenden und Christen werden.“ Auch die Jüdische Gemeinde zu Berlin äußerte ihr Unverständnis, „dass ein Staat, dessen Regierung unverhohlen Antisemitismus propagiert und zudem Homosexuelle diskriminiert, zum Partnerland der ITB benannt wurde“. Der Sprecher der Messe Berlin, Emanuel Höger, sagte zu der Kritik gegenüber der Berliner Morgenpost, die ITB stehe für Toleranz, Pluralität und gegen Diskriminierung. Kritische Aspekte des Tourismus wie Klimaschutz und Menschenrechte würden nicht ausgeblendet, sondern auf Fachveranstaltungen thematisiert. Hierbei werde auch auf die Vorkommnisse im Partnerland eingegangen. Für den Titel „Partnerland“ muss Malaysia bezahlen. Die Höhe des Betrages ist nicht bekannt. Partnerland im kommenden Jahr ist wieder ein islamisch geprägtes Land: das Sultanat Oman. Von den 31,7 Millionen Einwohnern Malaysias sind 61 Prozent sunnitische Muslime, 20 Prozent Buddhisten, neun Prozent Christen und sechs Prozent Hindus.

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