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China
27. Februar 2018

Prominenter christlicher Anwalt tot – war es Mord?

Peking (idea) – Der bekannte chinesische Christ und Menschenrechtsanwalt Li Baigunang ist tot. Er starb am 25. Februar unerwartet in einem Krankenhaus in Nanjing (Provinz Jiangsu) an Leberversagen. Li wurde 49 Jahre alt. Brisant: Das Hilfswerk China Aid (Midland/US-Bundesstaat Texas) zweifelt einen natürlichen Tod an. In einer Stellungnahme äußert es die Vermutung, die Kommunistische Partei könnte Li ermordet haben. Es ruft die Internationale Gemeinschaft dazu auf, von der chinesischen Regierung einen vollständigen, unabhängigen und transparenten Bericht zum plötzlichen Tod Lis einzufordern. China habe schon zuvor gesunde, regierungskritische Personen „für tot erklärt“ oder Inhaftierten notwendige Behandlungen versagt, beispielsweise dem Menschenrechtler und Friedennobelpreisträger Liu Xiaobo. Er starb im Juli 2017 an Leberkrebs.

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Cousin: Li hatte keine Magenprobleme, er war gesund

Wie es hieß, wurde Li wegen Magenschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert. Stunden später sei er gestorben. Laut China Aid war Li aber gesund. Das bestätigte auch sein Cousin und Partner seiner Anwaltskanzlei, Liu Peifu, gegenüber dem Sender „Radio Freies Asien“. Noch Anfang des Monats sei Li gemeinsam mit dem Direktor von China Aid, Bob Fu, beim Nationalen Gebetsfrühstück in Washington gewesen. Li hatte in der Vergangenheit Dutzende Prozesse geführt, in denen er inhaftierte Pastoren vertrat. Erst im Oktober war er dafür von chinesischen Zivilpolizisten verprügelt worden. Der China-Experte von Amnesty International, William Nee, fordert eine Untersuchung, um zu klären ob möglicherweise damals entstandene innere Verletzungen zum Tode Lis geführt haben könnten. Li genoss im Ausland hohes Ansehen für seine Arbeit. 2008 erhielt er für seine Arbeit den „Demokratie-Preis“ der vom US-Kongress gegründeten Nationalen Stiftung für Demokratie (Washington). Schätzungen zufolge leben in der fast 1,4 Milliarden Einwohner zählenden Volksrepublik China bis zu 130 Millionen Christen. Viele treffen sich in staatlich nicht registrierten Gemeinden. Demnach gäbe es mehr Christen, als die Kommunistische Partei Mitglieder zählt: 83 Millionen.

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