Sonntag • 17. November
China
01. August 2015

Christlicher Buchladen-Gründer seit fast drei Jahren inhaftiert

Der chinesische Christ Lacheng Ren (l.) sitzt seit drei Jahren im Gefängnis. Buchhändler Wenxi Li (r.) wurde inzwischen freigelassen. Foto: PR
Der chinesische Christ Lacheng Ren (l.) sitzt seit drei Jahren im Gefängnis. Buchhändler Wenxi Li (r.) wurde inzwischen freigelassen. Foto: PR

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den chinesischen Christen Lacheng Ren benannt und aufgerufen, für ihn einzutreten und zu beten. Er ist Mitbegründer und Sponsor eines christlichen Buchladens mit dem Namen „Eny“ (übersetzt: Gnadenregen) in der 4,2 Millionen Einwohner zählenden Stadt Taiyuan (Provinz Shanxi). Am 17. Juni 2013 verurteilte ihn ein dortiges Bezirksgericht wegen angeblicher „illegaler Geschäftstätigkeiten“ zu fünf Jahren Gefängnis. Seine Verteidiger sind der Ansicht, dass das Urteil keine gesetzliche Grundlage hat und willkürlich ist. Zusammen mit Lacheng Ren wurde ein Mitarbeiter der Buchhandlung, Wenxi Li, zu zwei Jahren Haft verurteilt. Beide waren im Dezember 2012 verhaftet worden. Bei der Festnahme von Wenxi Li soll nach Angaben der „Südchina-Morgenpost“ ein Sicherheitsmitarbeiter gerufen haben: „Wage nicht, christliche Kultur hierher zu bringen! Das ist unser Geläuf.“ Der Buchhändler wurde im Dezember 2014 freigelassen. Die IGFM und idea rufen dazu auf, sich in Briefen an den Staatspräsidenten Xi Jinping für die Freilassung von Lacheng Ren einzusetzen und auf die in der chinesischen Verfassung garantierte Religionsfreiheit hinzuweisen. Die Zahl der Christen in der Volksrepublik China wird auf bis zu rund 130 Millionen geschätzt. Sie übertrifft damit die der 85 Millionen kommunistischen Parteimitglieder.

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