Samstag • 25. Mai
Sudan
01. April 2015

Appell: Zwei südsudanesische Pastoren freilassen!

Pastor Peter Yein Reith. Foto: PR
Pastor Peter Yein Reith. Foto: PR

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangene des Monats April“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) zwei im (islamischen) Sudan inhaftierte Pastoren benannt: Yat Michael und Peter Yein Reith von der (reformierten) Presbyterianischen Kirche der unabhängigen, christlich dominierten Republik Südsudan. Die IGFM und idea rufen dazu auf, für sie einzutreten und zu beten. Pastor Yat Michael hatte im Dezember 2014 die (nord)sudanesische Hauptstadt Khartum besucht, um medizinische Hilfe für seinen Sohn zu erhalten. Nachdem er bei dieser Gelegenheit in einer presbyterianschen Kirche gepredigt hatte, nahmen ihn nach dem Gottesdienst Mitarbeiter des Geheimdienstes ohne Begründung mit. Er kam in ein Gefängnis. Sein Kollege – Pastor Yein Reith – stellte daraufhin Nachforschungen in Khartum an. Als er dazu einen Brief im Büro für religiöse Angelegenheiten abgab, wurde er verhaftet. Nach Informationen des Hilfswerkes Barnabas Fund sollen beide Pastoren wegen der Evangelisierung von Muslimen angeklagt werden. Seit der Unabhängigkeit des eher christlich geprägten Südsudan im Juli 2011 treibt der (nördliche) Sudan die Islamisierung voran. Seither hat sich die Lage der etwa 500.000 Christen im Land deutlich verschlechtert. Auf die Abkehr vom Islam steht laut Strafgesetzbuch die Todesstrafe. Im vergangenen Jahr ordneten staatliche Stellen die Schließung und den Abriss von Kirchen an. Trotzdem wachse das Interesse am christlichen Glauben, so die IGFM. Die Menschenrechtsorganisation und idea rufen dazu auf, sich in Briefen an den sudanesischen Präsidenten Umar Hasan Ahmad al-Bashir für die Freilassung der beiden Pastoren einzusetzen. Sie hätten keine strafbaren Handlungen begangen. Der Sudan hat den „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ ratifiziert, der freie Religionsausübung garantiert. Im Sudan leben 38 Millionen Menschen. 97 Prozent davon sind Muslime.

ANZEIGE


Links zum Artikel

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.

Diese Woche lesen Sie
  • Streitgepräch Wie politisch muss die Kirche sein?
  • DDR Der Weg der Ausgrenzung
  • Alabama Ein außergewöhnliches Gesetz
  • Europawahl Sag, wie hältst Du’s mit Europa?
  • Kommentar Vor Gott und den Menschen: 70 Jahre Grundgesetz
  • mehr ...
ANZEIGE