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Saif-ul-Malook
01. Februar 2019

Anwalt: Asia Bibi ist nach Kanada ausgereist

Die freigesprochene Christin Asia Bibi soll laut ihrem Anwalt schon in Kanada sein. Foto: Asianews
Die freigesprochene Christin Asia Bibi soll laut ihrem Anwalt schon in Kanada sein. Foto: Asianews

Islamabad (idea) – Die freigesprochene Christin Asia Bibi hat Pakistan verlassen und ist jetzt in Kanada. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf den Anwalt der Katholikin, Saif-ul-Malook. Er habe der Zeitung mitgeteilt, dass sie nun mit ihrer Familie vereint sei. Den genauen Zeitpunkt ihrer Ausreise und auf welchem Wege sie das Land verlassen habe, könne er aus Sicherheitsgründen nicht sagen, so der Anwalt. Die Katholikin war 2010 in Pakistan zum Tode verurteilt worden. Die Mutter von fünf Kindern soll als „Ungläubige“ durch Berührung eines Gefäßes das Wasser für muslimische Feldarbeiterinnen verunreinigt und sich im Streit beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert haben. Das Oberste Gericht hob das Urteil im Oktober 2018 mit der Begründung auf, die Vorwürfe gegen sie seien juristisch schwach begründet. Die Entscheidung löste gewalttätige Proteste radikaler Muslime aus. Bibi wurde die Ausreise bis zum endgültigen Freispruch am 29. Januar versagt. Die Richter wiesen eine Petition gegen ihr Urteil vom 31. Oktober zurück, in dem sie den Vorwurf der Blasphemie gegen die Frau als unbewiesen fallengelassen hatten. Laut FAZ befinden sich die beiden Töchter Bibis seit dem 24. Dezember 2018 in Kanada. Auch Deutschland, Frankreich und Italien hatten sich bereiterklärt, Bibi aufzunehmen. Ihr Anwalt selbst hält sich weiterhin in Pakistan auf. Nach dem ersten Freispruch seiner Mandantin war er wegen Morddrohungen in die Niederlande geflohen und für die Revision nach Pakistan zurückgekehrt.

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Prozess war immer wieder vertagt worden

Der Fall Bibi hatte international Aufsehen erregt. 2011 war der Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, von seinem Leibwächter Mumtaz Qadri erschossen worden, weil er sich für die Begnadigung von Bibi und eine Reform des Blasphemiegesetzes eingesetzt hatte. Der Attentäter wurde zwar zum Tode verurteilt und gehängt, wird aber seitdem verehrt. Eine 2014 gebaute Moschee trägt nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) seinen Namen. Der Richter, der Qadri zum Tode verurteilt hatte, musste laut IGFM aufgrund der Bedrohung durch Extremisten mit seiner Familie ins Exil nach Saudi-Arabien gehen. Seit das Oberste Gericht Pakistans im Juli 2015 eine Berufung gegen das Urteil zuließ, war der Prozess immer wieder vertagt worden. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus.

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