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2011 geflüchtet
16. Juni 2019

Iraner produziert mit Flüchtlingen christliche Medien

Der iranische Christ Navid Saeedfiroozeh. Foto: Privat
Der iranische Christ Navid Saeedfiroozeh. Foto: Privat

Weinstadt (idea) – Der aus seinem Heimatland geflüchtete 37-jährige iranische Christ Navid Saeedfiroozeh betreibt in Weinstadt bei Stuttgart gemeinsam mit seiner Frau Mahboobeh Jabbary ein christliches Medienunternehmen, in dem er auch mehrere Flüchtlinge beschäftigt. Wie er gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, wuchs er als Moslem im Iran auf. Nach einigen erfolgreichen Jahren als Geschäftsmann ging er bankrott, lebte als 22-Jähriger einige Monate auf der Straße und schlief in seinem Auto. In dieser Zeit erzählte ihm eine Frau vom christlichen Glauben. Nachdem ihm Jesus in einer Vision begegnete, wurde Saeedfiroozeh Christ. Er ließ sich taufen, heiratete und begann als Fernsehproduzent für das iranische Staatsfernsehen zu arbeiten. Parallel dazu besuchten seine Frau und er eine christliche Hausgemeinde im Untergrund und er absolvierte heimlich eine Bibelschulausbildung. Als 2009 der iranische Staat verstärkt gegen Christen vorging, wurden fast alle Mitglieder seiner Gemeinde verhaftet. Er entging der Festnahme, weil er wegen seiner Ausbildung abwesend war. Nachdem die Verhaftungswelle abgeklungen war, begann er unter dem Deckmantel seiner Produktionsfirma auch christliche Medien auf Persisch zu produzieren. Als das 2011 drohte aufzufliegen, floh er zunächst in die Türkei. 2013 kam er nach Deutschland.

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Evangelistischer Zeichentrick für den Iran

In den vergangenen Jahren baute Saeedfiroozeh die „BeLive Studios“ (etwa: „Sei lebendig Studios“) in Weinstadt bei Stuttgart auf. Eine ähnliche Arbeit hatte er bereits im Iran mit afghanischen Flüchtlingen begonnen und auch in der Türkei fortgeführt. Gemeinsam mit drei festen Mitarbeitern bietet er eine große Bandbreite medialer Dienstleistungen an: Übersetzungen, kulturelle Anpassungen und Untertitel für Videos, eigene Filme, Synchronisation von Audioproduktionen, Internetseiten- und Kampagnen, Veranstaltungsplanung und Kommunikationstraining. Dabei arbeitet die Firma mit einer großen Zahl an Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern zusammen und überträgt christliche Inhalte in 38 Sprachen, viele davon aus dem afrikanischen und arabischen Raum, aber auch Nordkorea. „Wir können vielen Flüchtlingen auf freiberuflicher Basis Arbeit geben – etwa in der Videoproduktion, als Übersetzer, oder auch Schauspieler.“ Beim Aufbau seines Netzwerks kommt Saeedfiroozeh zugute, dass er schon im Iran mit vielen englischsprachigen Vertretern christlicher Werke zu tun hatte. So war „Belive Media“ beteiligt an der Produktion der „Lumo Visual Bible“, einer originalgetreuen Verfilmung der Evangelien. Weitere Projekte sind „Bibelgeschichten für Kinder“ des Vereins Aseba, Übersetzungen und Grafiken für das Projekt „Bibel und Koran“, und die Synchronisation des Films „The Savior“ (Der Retter). Auch Animationsfilme und Lieder für Kinder, das erste persische christliche Gutenachtlied und der erste evangelistische Zeichentrickfilm auf persisch sind darunter.

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