Montag • 20. Mai
Nationalismus und Antisemitismus
09. Mai 2019

Fernsehjournalist Schreiber kritisiert islamische Schulbücher

Der Fernsehjournalist Constantin Schreiber. Foto: picture-alliance/Geisler-Fotopress
Der Fernsehjournalist Constantin Schreiber. Foto: picture-alliance/Geisler-Fotopress

Wetzlar (idea) – In islamischen Schulbüchern wird die Religion häufig dazu benutzt, ein bestimmtes politisches Weltbild durchzusetzen. Diese Ansicht vertritt der Fernsehjournalist Constantin Schreiber in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Für sein Buch „Die Kinder des Koran. Was muslimische Schüler lernen“ (Ullstein Verlag) untersuchte Schreiber mehr als 100 Schulbücher aus fünf islamischen Ländern. Ihm zufolge wird in Afghanistan der Islam zur Rechtfertigung eines mittelalterlichen Weltbildes mit einem klaren Schwarz-Weiß-Denken verwendet, mit den Islam-Freunden auf der einen und den Islam-Feinden auf der anderen Seite. Im Iran werde die Herrschaft der Mullahs gerechtfertigt, und in Palästina, der Türkei und in Ägypten gebe es starke nationalistische Elemente, die zum Teil mit religiöser Wortwahl verstärkt werde. Zum Beispiel sei vom „Heiligen Krieg“ die Rede, den Ägypten gegen Israel geführt habe. Wenn das Judentum thematisiert werde, dann meistens als Feindbild. Sehr ausgeprägt sei das in palästinensischen Lehrbüchern: „Der Staat Israel wird klar als Feind gesehen“, so Schreiber. In Ägypten würden die Begriffe Israel, Judentum und Zionismus ständig miteinander vertauscht. Negative politische Zuschreibungen würden dadurch auch auf die Religionsgemeinschaft übertragen. Noch ausgeprägter sei das in afghanischen Lehrbüchern. Dort enthielten die Aussagen stark antisemitische Elemente.

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Im Islam mangelt es häufig an einer Kritikkultur

Zur Kritik von Journalisten, sein Buch sei ein „Coffeetable Book für Islam-Hasser“, sagte Schreiber, seine Zielgruppe seien „Leser, die sich fragen, wie sie junge Menschen besser erreichen können, also zum Beispiel Lehrer“. Viele Schüler kämen aus muslimischen Ländern oder seien entsprechenden Einflüssen ausgesetzt. Durch sein Buch wolle er zeigen, durch welches Wertegerüst Zuwanderer geprägt worden seien. Im Islam mangele es häufig an einer Kritikkultur. Es sei schwierig, einen islam-kritischen Dialog zu führen. Die Rolle der islamischen Religion werde selten hinterfragt. Das erschwere die Debatte in Deutschland.

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