Samstag • 29. Februar
„Senioren für Christus“
06. Februar 2020

„Wer den Zeitgeist heiratet, ist bald verwitwet“

125 Senioren trafen sich in Rehe zur Tagung „Senioren für Christus“. Foto: Erhardt Riedesel
125 Senioren trafen sich in Rehe zur Tagung „Senioren für Christus“. Foto: Erhardt Riedesel

Rehe (idea) – Christen sollten nicht dem Zeitgeist nachlaufen, sondern stattdessen der Bibel in allen ihren Aussagen vertrauen. Dazu haben Redner auf der Tagung „Senioren für Christus“ der Freien Brüderbewegung und ihres Diakoniewerks Persis (Wuppertal) aufgerufen. Sie wurde vom 2. bis 5. Februar in Rehe/Westerwald veranstaltet.

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„Wer den Zeitgeist heiratet, ist bald verwitwet“, sagte der frühere Programmdirektor von ERF Medien, Pastor Udo Vach (Wetzlar), vor den 125 Teilnehmern. Er kritisierte Tendenzen in den Volkskirchen, das Wort Gottes an gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen. Statt Seelen zu retten, folge man dem Gender- oder Klimagott, so Vach: „Du gehst auf den Kirchentag und denkst, du bist auf einem Parteitag der Grünen.“ Besonders ärgerlich sei es, wenn Christen, die sich auf die Bibel beriefen, als „Fundamentalisten“ abgestempelt und auf dieselbe Stufe wie Islamisten gestellt würden.

Vach kritisierte eine „Diktatur der Meinungsführer“. Sie führe dazu, dass sich Umfragen zufolge 60 Prozent der Deutschen nicht mehr trauten, offen ihre Meinung zu äußern: „In der Mitte regiert Sprachlosigkeit, um nicht in die rechte Ecke gestellt zu werden.“ Vach rief dazu auf, trotz dieser Entwicklungen an der Bibel festzuhalten.

Bibelkritik macht die Gemeinden kaputt

Nach den Worten des früheren Rektors der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen, Prof. Helge Stadelmann (Pohlheim bei Gießen), ist die Bibelkritik das Grundübel, „das die Gemeinden kaputt macht“. Zugleich wies er darauf hin, dass historische Kenntnisse etwa der jüdischen Quellen eine große Hilfe zum rechten Verstehen des Bibeltextes seien.

Wie Stadelmann weiter ausführte, ist Jesus Christus selbst für ihn ein Vorbild für die Bibeltreue: „Er beteiligt sich nicht an den Relativierungen der Bibel, sondern steht zu den alttestamentlichen Offenbarungen und erwartet von seinen Leuten, dass sie zu seinem Wort stehen.“

Wenn ein Vulkan ausbricht …

Kritik an der Klimabewegung übte der Geschäftsführer der Christlichen Verlagsgesellschaft, Hartmut Jaeger (Dillenburg). Christen wüssten, dass Gott die Erde und damit auch das Klima in seiner Hand halte: „Da versuchen wir krampfhaft und krankhaft ein wenig Kohlendioxid einzusparen und zerstören durch die Lithiumgewinnung (zur Produktion von Akkus für die Elektroautos, Anm. d. Red.) die Natur der südlichen Erdhalbkugel, und Gott lässt dann einen Vulkan ausbrechen.“

Dabei seien in wenigen Sekunden mehr Kohlendioxid in die Luft geblasen worden, wie es Dieselfahrzeuge in 100 Jahren nicht schafften. Jaeger spielte damit unter anderem auf den Ausbruch des Vulkans auf der neuseeländischen Insel White Island Anfang Dezember 2019 an.

Die Bibel als Trostbuch

Der Evangelist Hermann Fürstenberger (Schwäbisch Hall) rief dazu auf, auch in schweren Lebensituationen an der Bibel festzuhalten und sich durch sie trösten zu lassen. Wie er sagte, habe er das selbst erlebt, als er seine fünfjährige Tochter Lena 2003 durch einen Hirntumor verloren habe.

Zugleich wandte er sich gegen Versuche, in solchen und ähnlichen Situationen durch aus dem Zusammenhang gerissene Bibelverse Trauernde trösten zu wollen. Das gehe meist schief. Trauer sei eine Reaktion auf einen Verlust und damit gesund.

Dankbarkeit gegenüber Gott ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben

Der Geschäftsführer der Christlichen Seniorenhäuser Burbach-Lützeln (Siegerland), Jochen Loos, sagte, dass Dankbarkeit gegenüber Gott der Schlüssel zu einem erfüllten Leben im Alter sei. Das erlebe er immer wieder. Bestrebungen der Wissenschaft, die Menschen unsterblich zu machen, erteilte er eine Absage. Denn Gott bestimme nach Aussagen der Heiligen Schrift das Alter eines Menschen: „Und Gott lügt nicht.“

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