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Theologieprofessor
07. August 2017

Hille: Nicht alle werden in den Himmel kommen

Der Professor an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Rolf Hille. Foto: idea/kairospress
Der Professor an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Rolf Hille. Foto: idea/kairospress

Wetzlar (idea) – Das Jüngste Gericht, von dem in der Bibel berichtet wird, ist real. Davon ist der Professor an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Rolf Hille (Heilbronn), überzeugt. „Niemand kommt leichtfüßig und automatisch in den Himmel. Das Jüngste Gericht findet statt“, schreibt er in einem Beitrag für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Viele Theologen fänden jedoch den Gedanken der sogenannten „Allversöhnung“ viel ansprechender. Demnach hat Gott beschlossen, jeden Menschen nach seinem Tod direkt in den Himmel aufzunehmen: „Ob jemand persönlich an Christus glaubt oder nicht, kann man getrost dahingestellt sein lassen. Die Liebe Gottes kommt wie ein milder Mairegen über jeden.“ Dann stelle sich aber die Frage, ob beispielsweise auch Massenmörder wie Mao, Stalin, Pol Pot oder Hitler im Paradies seien. Nach Hilles Worten hat die Weltgeschichte einen doppelten Ausgang: „Zum einen gibt es Menschen, die ihre Hoffnung auf Jesus Christus setzen. Sie ruft er nach dem Tod in seine himmlische Gemeinschaft. Sie sind gerettet.“ Zum anderen gebe es jene, die mit unvergebener Schuld und in selbstgewählter Gottesferne sterben müssten. Hille: „So ernst, wie Gott die Sünde Adams und Evas genommen hat, als er sie aus dem Paradies vertrieb, so ernst müssen wir die prophetischen Worte über die zukünftigen Gerichte Gottes nehmen.“ Die biblische Rede vom doppelten Ausgang der Weltgeschichte sei klar und „messerscharf“. Predigten müssten daher von Gesetz und Evangelium bestimmt sein: „Durch das Gesetz werden Sünder in ihrer Selbstgerechtigkeit erschüttert. Durch das Evangelium lockt Christus mit der Liebe Gottes.“

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