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Prof. Clausen
11. März 2019

Christen brauchen einen solchen Mut wie Greta Thunberg

Der Professor für Evangelisation und Apologetik an der Evangelischen Hochschule Tabor, Matthias Clausen. Foto: EH Tabor
Der Professor für Evangelisation und Apologetik an der Evangelischen Hochschule Tabor, Matthias Clausen. Foto: EH Tabor

Puschendorf (idea) – Für ein offensiveres Bekennen des christlichen Glaubens in Deutschland hat der Professor für Evangelisation und Apologetik an der Evangelischen Hochschule Tabor (Marburg), Matthias Clausen, geworben. Christen brauchten sich für ihren Glauben nicht „vorauseilend zu entschuldigen“, sagte der Theologe vor 220 Teilnehmern auf der zweiten Konferenz „Begründet glauben“, die am 9. März in Puschendorf bei Nürnberg stattfand. Veranstalter war das Institut für Glaube und Wissenschaft (Marburg). Wer gelassen, aber selbstbewusst für seine Überzeugung einstehe, ernte meist Respekt, so Clausen. Zudem sei das Gefühl, eine für andere abwegige Position zu vertreten, geschichtlich nichts Neues: „So erging es schon den ersten Christen.“ Auch wenige Menschen können laut Clausen viel Ausstrahlung haben. Als Beispiel führte er die 16-jährige Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg aus Schweden an. Solchen Mut, eigene Überzeugungen zu vertreten, brauchten auch Christen.

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Biophysiker: Warum Naturwissenschaftler an Gott glauben können

Der Leiter des Instituts für Glaube und Wissenschaft, der Biophysiker Alexander Fink, begründete, warum Naturwissenschaftler an Gott glauben können. Dieser habe als Schöpfer der Natur Spuren hinterlassen. So lasse sich die Materie gut durch mathematisch darstellbare Gesetze beschreiben. Diese deuteten auf einen rationalen Gesetzgeber über der Natur hin. Außerdem folgten Aufbau und Funktion zahlreicher Moleküle in der Zelle „ingenieurmäßigen Prinzipien“. Ferner weise das Universum „eine unglaublich exakte Feinabstimmung“ auf, die nur innerhalb sehr enger Grenzen die Existenz von Atomen, Sternen und somit auch Leben, wie man es kenne, zulasse. Wer an einen intelligenten persönlichen Gott glaube, habe einen plausiblen Erklärungsrahmen für diese Beobachtungen.

Christen ziehen sich nicht aus dem Leiden der Welt zurück

Der Gründer des Instituts für Glaube und Wissenschaft, der Althistoriker Jürgen Spieß (Marburg), ging auf die Frage ein, warum er trotz des Leides in der Welt Christ sei. Nach seinen Worten kommt Gott durch Jesus Christus dem Leidenden ganz nahe. Durch dessen Auferstehung schaffe Gott eine unerschütterliche Hoffnung. Sie führe nicht zum Rückzug aus dem Leiden dieser Welt, wie schon das Leben der ersten Christen gezeigt habe. So habe sich der römische Kaiser Julian (331/32–363) beklagt, dass das Christentum wachse, weil sich die Christen nicht nur um die eigenen Armen und Kranken kümmerten, sondern auch um die aller anderen. Spieß zufolge lebt der christliche Glauben ferner von der Hoffnung, dass Gott eines Tages eine neue Welt ohne Leid schaffen werde. Die Konferenz „Begründet glauben“ will Christen dabei unterstützen, argumentativ ihren Glauben zu bekennen.

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