Freitag • 20. Juli
Gideonbund
11. Juli 2018

Umfrage: Viele Hotels legen keine Bibeln mehr aus

Immer weniger Hotels legen Bibeln aufs Zimmer. Foto: Gideonbund
Immer weniger Hotels legen Bibeln aufs Zimmer. Foto: Gideonbund

Wetzlar (idea) – Viele Hotels in Deutschland legen in ihren Zimmern keine Bibeln mehr aus. Das ergab eine Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. So gibt es in den Häusern der Hotelkette NH „keine Bibeln oder andere religiös-weltanschauliche oder lebensberatende Bücher“ in den Zimmern, sagte Sprecherin Juliane Voss (Berlin) gegenüber idea. Sie würden den Gästen „aber gerne je nach Bedarf zur Verfügung gestellt“. In Steigenberger-Hotels gehörte die Heilige Schrift bis 2015 zum Standard, berichtete Unternehmenssprecherin Jannah Baldus (Frankfurt am Main). In den seitdem eröffneten Häusern der Kette werde sie in der Regel nicht mehr ausgelegt. „Ältere Betriebe haben noch Bibeln vorrätig, die auf dem Zimmer ausliegen oder dem Gast bei Nachfrage ausgehändigt werden können“, so Baldus. In den Maritim-Hotels in Deutschland befindet sich dagegen in jedem Zimmer eine Bibel in der Nachttischschublade, erklärte Unternehmenssprecherin Harriet Eversmeyer (Bad Salzuflen). Das Unternehmen pflege auf diese Weise „eine sehr alte Tradition“. In Deutschland gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 14.500 Hotels. Die meisten davon sind eigenständige Betriebe.

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Der Gideonbund gab 2017 rund 10.000 Exemplare weniger an Hotels als noch 2007

Der Internationale Gideonbund macht mit weltweiten Hotelketten, die auch Häuser in Deutschland betreiben, sehr unterschiedliche Erfahrungen. Das sagte der Referent für Kommunikation und Entwicklung des deutschen Zweiges, Fabian Neumann (Wetzlar), auf idea-Anfrage. So stehe die Marriott-Gruppe mit Hauptsitz in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland dem Auslegen der Heiligen Schrift „sehr wohlwollend“ gegenüber. Grundsätzlich ablehnend verhalte sich dagegen etwa die Accor-Gruppe mit Hauptsitz im französischen Issy-les-Moulineaux. Zu ihr gehören in Deutschland die Hotelketten Sofitel, Mercure, Ibis und Novotel. Der Gideonbund habe in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt rund 30.000 Bibeln an Hotels gegeben. Vor zehn Jahren seien es noch etwa 40.000 gewesen. Das evangelikale Missionswerk verteile heute weitaus mehr Exemplare auf andere Weise. 2017 habe es rund 670.000 Ausgaben verschenkt, viele davon direkt an Schüler und Studenten. Der Gideonbund ist nach einem alttestamentlichen Richter benannt und wurde 1899 von Handelsreisenden gegründet. Er hat heute in aller Welt 280.000 Mitglieder, davon 4.800 in Deutschland.

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