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Umfrage
03. Januar 2018

Ostdeutsche misstrauen Kirchen und Medien

Der Psychologe Prof. Thomas Kliche aus Magdeburg. Foto: picture-alliance/Geisler-Fotopress
Der Psychologe Prof. Thomas Kliche aus Magdeburg. Foto: picture-alliance/Geisler-Fotopress

Berlin (idea) – Ostdeutsche vertrauen Kirchen und Medien weniger als Westdeutsche. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der RTL-Mediengruppe. Demnach hat nur jeder dritte Bürger im Osten Deutschlands (34 Prozent) Vertrauen zur evangelischen Kirche; im Westen ist es jeder zweite. Die römisch-katholische Kirche halten 13 Prozent der Ostdeutschen und 30 Prozent der Westdeutschen für vertrauenswürdig. Ähnlich sind die Unterschiede bei den Medien. Der Presse glauben 27 Prozent der Männer und Frauen in den neuen Bundesländern gegenüber 43 Prozent in den alten. Das Fernsehen halten 16 Prozent der Ost- und 30 Prozent der Westdeutschen für glaubwürdig. Das geringe Vertrauen in die Kirchen erklärt der Psychologe Prof. Thomas Kliche (Magdeburg) mit der fehlenden Bindung an die Institution: „Von Kirche haben die allermeisten Ostdeutschen praktisch keine Vorstellung mehr.“ In Sachsen-Anhalt etwa seien nur noch 17 Prozent der Bevölkerung in einer Glaubensgemeinschaft: „Je weniger man aber eine Sache, Personen oder Gruppen kennt, desto leichter entwickelt man Vorurteile, zeigt die Sozialpsychologie.“ Das größte Vertrauen haben die Deutschen insgesamt zu Polizei, Universitäten, Ärzten und ihrem eigenen Arbeitgeber, das geringste zu Arbeitgeberverbänden, Banken, Versicherungen, Managern und Werbeagenturen sowie zum Zentralrat der Muslime und zum Islam.

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