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Bundeskanzlerin
11. August 2017

Das DDR-Unrecht nicht vergessen

Reste der innerdeutschen Grenze stehen noch in Berlin.
Reste der innerdeutschen Grenze stehen noch in Berlin.

Foto: pixabay.com

Berlin (idea) – Anlässlich des bevorstehenden 56. Jahrestages des Baus der Berliner Mauer am 13. August hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemahnt, dass DDR-Unrecht nicht zu vergessen. „Wir können nur eine gute Zukunft gestalten, wenn wir uns der Vergangenheit annehmen“, sagte sie am 11. August bei einem Besuch der Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen. Es sei wichtig, sich kraftvoll für Demokratie und Freiheit einzusetzen sowie gegen Linksradikalismus zu arbeiten. Der Bund werde sich weiter engagieren, um Gedenkstätten an authentischen Orten wie Hohenschönhausen offen zu halten. Der Innenraum der Einrichtung soll bis Herbst 2019 für 8,8 Millionen Euro denkmalgerecht saniert werden. Das Vorhaben wird gemeinsam vom Bund und dem Land Berlin finanziert. In dem Gefängnis des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit waren von 1951 bis 1989 mehr als 11.000 Menschen inhaftiert, darunter Oppositionelle und Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley, Ulrike Poppe und Freya Klier.

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Mindestens 140 Menschen wurden zwischen 1961 und 1989 an der Mauer getötet

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Axel Klausmeier, erklärte, die Opfer des SED-Regimes mahnten, „dass Freiheit, Demokratie und Menschenrechte als zentrale Grundwerte unserer Gesellschaft geschützt werden müssen“. Die Stiftung setze sich für die Erhaltung der historischen Orte in der deutschen Hauptstadt ein, denn sie machten Geschichte greifbar. Zwischen 1961 bis 1989 seien mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer getötet worden oder im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben gekommen. Abschließende Aussagen zur Anzahl der Todesopfer an der Berliner Mauer gebe es nicht. Grund dafür sei, dass trotz umfangreicher Forschungen immer wieder Unterlagen auftauchten, die eine erneute Überprüfung erforderten. Seit 2005 überprüft die Stiftung Berliner Mauer gemeinsam mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam die genaue Zahl der Todesopfer.

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