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Spendenrat
03. Dezember 2019

Immer weniger Menschen spenden

Das Spendenaufkommen lag im Zeitraum von Januar bis September 2019 bei rund 3,3 Milliarden Euro. Foto: unsplash.com
Das Spendenaufkommen lag im Zeitraum von Januar bis September 2019 bei rund 3,3 Milliarden Euro. Foto: unsplash.com

Berlin (idea) – Immer weniger Menschen in Deutschland spenden für gemeinnützige Organisationen. Das geht aus der GfK-Studie „Trends und Prognosen“ hervor, die jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrates (Berlin) durchgeführt wird.

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Demnach gaben im Zeitraum von Januar bis September 15,7 Millionen Menschen Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Das waren etwa 800.000 Menschen weniger als im Vorjahreszeitraum. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung 2005.

Das Spendenaufkommen lag im Zeitraum von Januar bis September 2019 bei rund 3,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr sei es um 1,3 Prozent zurückgegangen. Damit sei es das drittbeste Ergebnis seit Beginn der Erhebung.

Anteil der katholischen Organisationen sinkt

Im kirchlichen Bereich konnten evangelische Organisationen leicht zulegen. Ihr Anteil am Spendenkuchen stieg gegenüber dem Vorjahr von 11,3 auf 12,6 Prozent.

Erfasst sind hier unter anderen die Christoffel Blindenmission, Brot für die Welt, die Johanniter, die Kindernothilfe, die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, die Diakonie Katastrophenhilfe, aber auch evangelikale Werke wie die Liebenzeller Mission und ERF Medien. Katholische Organisationen mussten dagegen einen leichten Rückgang von 11,9 auf 11,1 Prozent hinnehmen.

Prognose: Spendenaufkommen von über fünf Milliarden Euro

Der Hauptanteil der Spenden ist weiterhin für die humanitäre Hilfe (75,3 Prozent) bestimmt. Mehr gespendet haben die Deutschen vor allem für Kultur- und Denkmalpflege (+23 Prozent) und den Sport (+13 Prozent).

Am meisten spendet nach wie vor die Generation der über 70-Jährigen. Ihr Anteil stieg auf 40,8 Prozent, nachdem er im Vorjahr bei 35 Prozent gelegen hatte. In den anderen Altersgruppen nahm vor allem der Anteil der 60- bis 69-Jährigen ab (von 15,8 auf 14,2 Prozent).

Am wenigsten gaben die bis 29-Jährigen (4,4 Prozent der Spendeneinnahmen). Der Deutsche Spendenrat schätzt, dass das Aufkommen privater Spender in diesem Jahr deutlich über fünf Milliarden Euro erreichen wird. Damit werde es bei leichten Verlusten etwa gleich hoch liegen wie im Vorjahr.

2018 hatten die Bundesbürger 5,3 Milliarden Euro bereitgestellt (2017: 5,2 Milliarden Euro). Der Deutsche Spendenrat ist ein Dachverband von 68 gemeinnützigen Organisationen. Sie erhalten jährlich Spenden in Höhe von über einer Milliarde Euro.

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