Dienstag • 25. Juni
„Professorenforum“
26. Mai 2019

Professoren gegen Denk- und Sprechverbote in Forschung und Lehre

„Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen sinkt. Das hat auch Auswirkungen auf die Debattenkultur an Universitäten“, so der Präsident des Verbandes, Prof. Bernhard Kempen. Foto: pixabay.com
„Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen sinkt. Das hat auch Auswirkungen auf die Debattenkultur an Universitäten“, so der Präsident des Verbandes, Prof. Bernhard Kempen. Foto: pixabay.com

Aßlar (idea) – Das Professorenforum, ein Zusammenschluss von über 800 Hochschullehrern in Deutschland und anderen Ländern, sieht eine Verengung der Debattenkultur an deutschen Universitäten. Dort „häufen sich Vorfälle, bei denen aggressiv auftretende politische Gruppen das Recht der freien Meinungsäußerung sabotieren“, schrieb der Leiter des Professorenforums, Hans-Joachim Hahn (Aßlar), in einer Pressemitteilung. So würden nicht nur Veranstaltungen verhindert, „in denen Positionen vertreten werden, die dem christlichen Menschenbild entsprechen, sondern auch liberale oder konservative Positionen“. Hahn: „Die sie vertretenden Hochschullehrer werden über Soziale Medien attackiert und diffamiert und ihre Auftritte teils physisch bedroht.“ Als Beispiel nannte er eine Veranstaltung der Göttinger Hochschulgruppe Reformatio 21 mit dem Mannheimer Gynäkologen Michael Kiworr zum Thema Lebensschutz am 8. Mai. Nach Protesten der Gruppe „Alternative Linke Liste Göttingen“ lehnte die Universität eine Raumanfrage ab. Die Begründung: Es handele sich um eine weltanschauliche Veranstaltung, die sich an Außenstehende richte. Die Aktivisten verhinderten schließlich die Veranstaltung und setzten den Gastgeber, einen muslimischen Gastronomen, mit telefonischen Drohungen unter Druck.

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Deutscher Hochschulverband: Toleranz gegenüber anderen Meinungen sinkt

Hahn verwies auf eine Resolution des Deutschen Hochschulverbandes, der am 4. April „Denk- und Sprechverbote in Forschung und Lehre“ verurteilte. Der Präsident des Verbandes, Prof. Bernhard Kempen, forderte in diesem Zusammenhang eine „offene Debattenkultur“: „Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen sinkt. Das hat auch Auswirkungen auf die Debattenkultur an Universitäten.“ Das 1996 gegründete Professorenforum bildet nach eigenen Angaben ein interdisziplinäres Netzwerk „mit dem Anliegen, eine offene akademische Kultur der Freiheit und der Suche nach Wahrheit an unseren Universitäten und Hochschulen zu fördern“. Dazu gehöre auch die faire Diskussion konträrer Standpunkte. „Professoren und der akademische Nachwuchs sollen dabei inspiriert und ermutigt werden, wegweisende Impulse auf der Basis des christlichen Glaubens in die akademische Diskussion einzubringen.“

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