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Kongress
22. Oktober 2019

Peter Hahne: „Der wahre ,Friday for Future‘ ist Karfreitag“

Der Beststellerautor und Journalist Peter Hahne. Foto: idea/Wolfgang Köbke
Der Beststellerautor und Journalist Peter Hahne. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Schwäbisch Gmünd (idea) – „Der wahre ,Friday for Future‘ ist Karfreitag.“ Das sagte der Beststellerautor und Journalist Peter Hahne (Berlin) am 21. Oktober auf dem Kongress „30 Jahre Friedliche Revolution – Bilanz eines Wunders“. Er hielt dort einen Vortrag zum Thema „Toleranz oder Widerstand? Was wir vom Mauerfall lernen können“.

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Das frühere EKD-Ratsmitglied bezog sich damit auf die regelmäßig freitags stattfindenden Demonstrationen von jungen Klimaaktivisten in vielen Städten. Hahne sprach in diesem Zusammenhang von einer neuen „Angstreligion“ ohne Gnade. Der wahre „Freitag für die Zukunft“ sei dagegen der Karfreitag, an dem Jesus Christus am Kreuz gestorben sei.

Hahne: Vergebung für Stasi-Verbrecher, aber nicht für einen Bischof

Mit Bezug auf den Rücktritt des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing (Dresden), sagte Hahne, dass Menschen, die in der DDR Verbrechen begangen hätten, vielfach vergeben worden sei. Diese Vergebung werde Rentzing nicht gewährt.

Während es laut Hahne bei Rentzing um zur Studentenzeit verfasste Artikel und einen Vortrag in der „Bibliothek des Konservatismus“ ging, seien Beteiligte an den Verbrechen des SED-Regimes vielfach gar nicht bestraft worden. Beispielsweise habe sich der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, Egon Krenz, nicht zu seiner Schuld bekannt und sei dennoch in westdeutsche Gesprächssendungen eingeladen worden. Dabei habe er – wie Hahne formulierte – „Millionen Biografien“ von Menschen in der ehemaligen DDR „zerstört“.

Die Menschen in der DDR haben ihr Leben riskiert

Zur Friedlichen Revolution erklärte Hahne, dass die Menschen in der DDR ihr Leben riskiert hätten, während die Deutschen in der Bundesrepublik noch „auf der Couch gelegen und sich die Geschehnisse aus sicherer Entfernung angesehen“ hätten. Deshalb verbitte er sich – als „Westdeutscher“ – jeglichen politischen Ratschlag an die Bürger in den östlichen Bundesländern: „Was die Ostdeutschen wählen, geht uns nichts an.“

Er empfehle stattdessen, mit ihnen das Gespräch zu suchen, dann werde nämlich deutlich, warum sie vielfach andere Meinungen verträten als die Deutschen in den westlichen Bundesländern. Hahne kritisierte auch, dass die deutschen Fußballnationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can ein umstrittenes Foto der türkischen Nationalmannschaft, auf dem die Spieler militärisch salutieren, auf Instagram geliked haben. Der Militäreinsatz gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien wird international scharf kritisiert. 

Er sei ferner der Ansicht, so Hahne, dass niemand in der deutschen Fußballnationalmannschaft mitspielen sollte, der die Hymne nicht mitsinge. Zu dem Kongress werden bis zum 23. Oktober 250 Teilnehmer erwartet. Veranstalter sind die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) und das Christliche Gästezentrum Württemberg (Schwäbisch Gmünd).

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