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Bibelseminar Bonn
07. Oktober 2018

Ministerpräsident Laschet würdigt evangelikale Ausbildungsstätte

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in einer Video-Botschaft zum 25-jährigen Bestehen der evangelikalen Ausbildungsstätte. Screenshot: YouTube/Bibelseminar Bonn
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in einer Video-Botschaft zum 25-jährigen Bestehen der evangelikalen Ausbildungsstätte. Screenshot: YouTube/Bibelseminar Bonn

Bornheim (idea) – Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Arbeit des Bibelseminars Bonn gewürdigt. Es ermögliche seinen Absolventen, „die Texte der Bibel in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen und ihre Lehren in der praktischen Arbeit umzusetzen“, sagte der Politiker in einer Video-Botschaft zum 25-jährigen Bestehen der evangelikalen Ausbildungsstätte. Das Jubiläum wurde am 3. Oktober in den Räumen der Evangelischen Freikirche Bonn gefeiert. An dem Festakt nahmen 600 Besucher teilnahmen. Das Bibelseminar leiste einen wertvollen Beitrag zur Integration der Russlanddeutschen in die deutsche Gesellschaft, sagte Laschet. Die Aussiedler hätten in Nordrhein-Westfalen zahlreiche junge Gemeinden gegründet, denen eine besondere Verantwortung zukomme. Gerade in Zeiten schneller und großer Veränderungen könnten sie Menschen Orientierung geben. Sie vermittelten grundlegende Werte, die für ein friedliches Miteinander und den Zusammenhalt der Gesellschaft unverzichtbar seien.

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Irrtumslosigkeit der Bibel bestimmt das theologische Profil

Laut dem Direktor des Bibelseminars, Heinrich Derksen, ist das theologische Selbstverständnis der Ausbildungsstätte durch das Bekenntnis zur Irrtumslosigkeit der Bibel bestimmt. Diesen unbedingten Wahrheitsanspruch erhebe die Bibel als Wort Gottes selbst, sagte er gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Das Bibelseminar lehnt deshalb praktizierte Homosexualität ebenso ab wie die Berufung von Frauen in das Predigeramt und in Gemeindeleitungen. Es wurde 1993 vom Bund Taufgesinnter Gemeinden (BTG, Detmold) als Ausbildungsstätte in baptistisch-mennonitischer Glaubenstradition gegründet. Zur Zeit absolvieren 130 Studenten ein dreijähriges Vollstudium, das zum Gemeinde- und Seelsorgehelfer sowie zum Missionsanwärter qualifiziert. Nach dem Grundstudium können sie am Südwestlichen Baptistischen Theologischen Seminar (Fort Worth im US-Bundesstaat Texas) einen Master-Abschluss in Theologie erwerben. Das Bibelseminar unterhält mit der Hochschule der Südlichen Baptisten in den USA seit 2003 eine enge Partnerschaft.

Ausbildungsprogramm für Missionare geplant

In den russlanddeutschen freikirchlichen Gemeinden habe das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder einen hohen Stellenwert, erklärte Derksen. Das Bibelseminar verfolge bewusst das Ziel, möglichst viele Menschen für die Mitarbeit auszubilden. Neben dem Vollstudium bietet die Ausbildungsstätte deshalb auch mehrere nebenberufliche Fortbildungsprogramme an, in denen derzeit rund 300 Teilnehmer eingeschrieben sind. Zum Angebot gehören unter anderem eine Theologische Fernschule und ein spezieller Studiengang im Fach Seelsorge. Seit 2012 betreibt das Bibelseminar in Zusammenarbeit mit ERF Medien (Wetzlar) eine Online-Bibelschule. Sie hat derzeit rund 100 Schüler. Das Kursangebot soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden, kündigte Derksen an. So werde derzeit in Kooperation mit dem Missionswerk To-all-Nations (Zu allen Nationen, Bornheim) ein Ausbildungsprogramm für Missionare aufgebaut.

Über 700 freikirchliche russlanddeutsche Gemeinden

In Deutschland gibt es über 700 freikirchliche russlanddeutsche Gemeinden mit insgesamt rund 300.000 Mitgliedern, die in zahlreiche Richtungen zersplittert sind. Derksen ist auch Leiter des 2011 gegründeten „Forums evangelischer Freikirchen“, das eine engere Vernetzung der russlanddeutschen Gemeinden erreichen will. Ihm gehören derzeit 100 Gemeinden an. Zum Bund Taufgesinnter Gemeinden gehören 28 Gemeinden.

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