Dienstag • 16. Januar
Militärbischof
09. Januar 2018

Es darf keine Kindersoldaten bei der Bundeswehr geben

Der Evangelische Militärbischof Sigurd Rink. Foto: Militärseelsorge/Töpelmann
Der Evangelische Militärbischof Sigurd Rink. Foto: Militärseelsorge/Töpelmann

Berlin (idea) – Der Evangelische Militärbischof Sigurd Rink (Berlin) hat die wachsende Zahl der Soldaten unter 18 Jahren in Deutschland kritisiert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren im Vorjahr 2.128 Soldaten – davon 448 Frauen – bei ihrem Dienstantritt minderjährig. Das sind dreimal so viele wie noch 2011 (689, davon 57 Frauen). Rink hält das für falsch: „Kindersoldaten darf es bei der Bundeswehr nicht geben.“ Ihm zufolge entsteht dadurch ein Missverhältnis. Die Jugendlichen erklärten sich (mit Einwilligung ihrer Eltern) bereits beim Bundeswehreintritt prinzipiell dazu bereit, ab ihrem 18. Geburtstag an bewaffneten Auslandseinsätzen teilzunehmen – in einem Alter, in dem sie noch weitreichenden Jugendschutzbestimmungen unterlägen und noch nicht über das Wahlrecht verfügten. Ihm sei bewusst, dass man die Minderjährigen nicht „in Warteschleifen an Schulen“ belassen könne, so Rink. Eine sinnvolle Lösung könne aber sein, Schulabgänger stattdessen in ein Soziales Jahr zu schicken. Deutliche Kritik an der Zunahme übte auch die Bundestagsabgeordnete Evrim Sommer (Die Linke). Solange Deutschland selbst Minderjährige für militärische Zwecke rekrutiere, sei es nicht glaubwürdig, andere Staaten wegen ihrer Kindersoldaten zu kritisieren. Die Bundeswehr nimmt Minderjährige ausschließlich für die militärische Ausbildung auf. Auslandseinsätze sind erst mit 18 Jahren möglich.

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