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Pastor
13. November 2019

Kritik an „Work-Life-Balance“

Viele Menschen wünschen sich eine gesunde Mischung aus Beruf und Erholung. Foto: pixabay.com
Viele Menschen wünschen sich eine gesunde Mischung aus Beruf und Erholung. Foto: pixabay.com

Ehringshausen (idea) – Kritik am Konzept der „Work-Life-Balance“ (Ausgewogenheit von Arbeit und Leben) hat der Regionalleiter des Gemeinde- und Gemeinschaftsverbandes „Evangelische Gesellschaft für Deutschland“ (EGfD), Pastor Nils Langenberg (Herne), geübt. Dieses Konzept unterstelle, dass Arbeit nicht Teil des Lebens sei.

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Langenberg lehnt eine Trennung von Beruf, Familie, Freizeit und ehrenamtlichem Engagement, etwa in christlichen Gemeinden, ab. Christen sollten Jesus zum Herrn ihres gesamten Lebens machen, sagte er beim Impulse-Tag des Bezirks Wetzlar der Evangelischen Gesellschaft am 10. November im mittelhessischen Ehringshausen. Das Treffen zählte mehr als 350 Teilnehmer aus den elf Gemeinden des Bezirks.

Viele junge Leute wollen Teilzeit

Langenberg wies in seinen Referaten unter anderem auf eine veränderte Einstellung zur Erwerbsarbeit in der jüngeren Generation hin. So wollten rund 80 Prozent der Menschen unter 30 Jahren in Teilzeit arbeiten, um sich ihren Familien besser widmen zu können oder mehr Freizeit zu haben.

Die ältere Generation, die den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt habe, verfolge hingegen das Ideal, möglichst viel im Beruf zu arbeiten. Auf diese Veränderung müssten sich nicht nur Betriebe, sondern etwa auch christliche Gemeinden einstellen, die auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen seien.

Langenberg kritisierte auch Rentner, die nach dem Eintritt in den Ruhestand etwa mit einem Wohnmobil „das Weite suchen“. Sie würden mit ihrer Lebenserfahrung in ihren Gemeinden gerade von jüngeren Christen als Mentoren und Vorbilder gebraucht.

Gott will keine Sklaven

Wie Langenberg weiter sagte, will Gott keine „Sklaven“. Er räume aber der Arbeit einen hohen Stellenwert ein. Sie verleihe dem Menschen Würde und Ehre – ganz gleich ob mit oder ohne Lohn. Wie der biblische Schöpfungsbericht zeige, habe Gott selbst gearbeitet und am siebten Tage geruht. Wer arbeiten könne, solle das auch tun. Allerdings müssten für Menschen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht arbeiten könnten, andere einspringen und sie versorgen.

Zum Verband EGfD gehören mehr als 60 Gemeinden mit etwa 7.500 Mitgliedern und regelmäßigen Besuchern. Als Präses amtiert Jürgen Schmidt (Lützellinden), der auch am Impulse-Tag teilnahm.

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