Montag • 25. März
Neuseeland
15. März 2019

Kirchenvertreter äußern Abscheu über Anschlag auf Moscheen

Die Polizei hat den Bereich um die Moschee großräumig abgesperrt. Foto: picture-alliance/AP Photo
Die Polizei hat den Bereich um die Moschee großräumig abgesperrt. Foto: picture-alliance/AP Photo

Christchurch/München (idea) – Entsetzen und Empörung haben führende Vertreter der Kirchen über den Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland) zum Ausdruck gebracht. Nach offiziellen Angaben kamen dabei am 15. März mindestens 49 Menschen ums Leben; 48 wurden verletzt. Mutmaßlich mehrere Angreifer hatten auf die Moscheebesucher geschossen. Bei dem Attentäter in der Al-Noor-Moschee soll es sich um den 28-jährigen Australier Brenton Tarrant handeln, der neben drei anderen Verdächtigen festgenommen wurde. Er trug eine Kamera am Körper und übertrug ein 17-minütiges Video von der Bluttat live im Internet. Australiens Ministerpräsident Scott Morrison erklärte: „Wir verurteilen diese Attacke, die von einem rechtsextremistischen, gewalttätigen Terroristen begangen wurde, aufs Schärfste.“

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Bedford-Strohm: Heimtückischer Mord an friedlichen Betern

Der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm (München), spricht von einer „abscheulichen Tat“. Dutzende Menschen seien heimtückisch ermordet worden, als sie friedlich zum Gebet versammelt gewesen seien. Seine Gedanken seien bei den Getöteten, den Verletzten und den Angehörigen, so der Ratsvorsitzende. „Hass und Gewalt gegen Menschen gleich welcher Religion, Herkunft oder Weltanschauung sind durch nichts zu rechtfertigen.“ Das biblische Wort für den 15. März aus dem Andachtsbuch „Losungen“ der Herrnhuter Brüdergemeine rufe Christen dazu auf, entschieden gegen Terror und Unrecht einzustehen: „Schafft Recht und Gerechtigkeit und errettet den Beraubten von des Frevlers Hand und bedrängt nicht die Fremdlinge, Waisen und Witwen und tut niemand Gewalt an!“ (Jeremia 22,3). Auch der Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland verurteilte die Tat. „Sich in eine Moschee zu begeben, ein Haus Gottes, um wahllos Menschen zu massakrieren, ist nicht besser, als das Selbige in einer Kirche, Synagoge oder Konzerthalle anzurichten“, erklärte der Vorsitzende des Zentralrates, Simon Jacob (München).

Neuseeländischer Bischof: „Unsere Verzweiflung lässt sich nicht in Worte fassen“

Der katholische Bischof von Christchurch, Paul Martin, äußerte sich ebenfalls schockiert: „Unsere Verzweiflung lässt sich nicht in Worte fassen.“ Er drückte den Opfern und ihren Angehörigen die Solidarität der Katholiken aus. Die Neuseeländische Bischofskonferenz versicherte, die Katholiken stünden im Gebet an der Seite der Muslime.

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