Dienstag • 10. Dezember
Freundestag Evangelisation in Sachsen
21. November 2019

Immer mehr Menschen leiden unter Informationsüberflutung

v.l.: Der Leiter des Evangelisationsteams Sachsen, Lutz Scheufler, im Gespräch mit dem Theologen und idea-Vorstandsvorsitzenden Helmut Matthies. Foto: Philipp Oehme/Evangelisationsteam
v.l.: Der Leiter des Evangelisationsteams Sachsen, Lutz Scheufler, im Gespräch mit dem Theologen und idea-Vorstandsvorsitzenden Helmut Matthies. Foto: Philipp Oehme/Evangelisationsteam

Limbach-Oberfrohna (idea) – In einer Zeit der Informationsüberflutung kann ein Medium Orientierung geben: die Bibel. Diese Ansicht vertrat der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, Helmut Matthies (Brandenburg an der Havel), beim 8. Freundestag Evangelisation des Evangelisationsteams Sachsen am Buß- und Bettag (20. November) in Limbach-Oberfrohna bei Chemnitz. Noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit hätten so viele Menschen so viel zu lesen, zu hören und zu sehen gehabt wie heute, sagte der Theologe vor über 600 Besuchern. So benutzten weit über 90 Prozent der Jugendlichen Smartphones. Jeder Deutsche schaue durchschnittlich 88-mal am Tag auf sein Handy: „Der Einfluss der Medien ist allumfassend: Nichts bestimmt uns im Alltag mehr.“

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Unter den zahllosen, oft widersprüchlichen Nachrichten litten immer mehr Menschen, was zu seelischem Stress mit körperlichen Folgen führen könne. Das entscheidende Medium, um sich „nicht zu Tode zu informieren“, sei das Neue Testament. Es sage, „was gut und böse ist, gibt Orientierung, worauf man sich im Leben, im Sterben und sogar danach verlassen kann“.

Die Sünden der Glaubensväter nicht verschweigen

Matthies ging in seinem Vortrag auch der Frage nach, warum bei vielen Nichtchristen oft weniger Stress, mehr Gelassenheit und Lebensfreude zu beobachten sei als in manchen evangelikalen Gemeinden: „Wir haben ein Buch, in dem alles Wesentliche für unser Leben drinsteht, wir haben einen für jeden gegenwärtigen Herrn und Heiland, wir haben den Heiligen Geist, und trotzdem habe ich mindestens ebenso viele enttäuschte wie glückliche Mitchristen erlebt.“ Eine wesentliche Ursache für Enttäuschungen sehe er darin, dass man einzelne Worte, Sätze oder Abschnitte aus der Bibel herauspicke und Zusammenhänge nicht beachte. So entstehe ein einseitiges Bild von Gott und vom christlichen Leben. Auch werde oft ein nur positives Bild von biblischen Personen gezeichnet. Doch Mose, Abraham und David hätten ebenso gesündigt und schwere Fehler begangen. Eine Verkündigung, die das verschweige, könne krank machen. „Sie macht aber gesund, wenn wir deutlich sagen: Es gibt für jede Nullnummer, ja sogar jeden Kriminellen eine Chance zur Umkehr.“

Scheufler: Wir brauchen eine Bekennende Kirche

Der Leiter des Evangelisationsteams Sachsen, der Evangelist und Liedermacher Lutz Scheufler (Waldenburg), äußerte sich am Rande der Veranstaltung gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea zur Situation der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Deren Hauptproblem sei „nicht die professionellen Irrlehrer, sondern die hauptberuflichen Schweiger“. So beobachte er bei Pfarrern, die sich an Bibel und Bekenntnis hielten, eine verängstigte Sprachlosigkeit. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir eine Bekennende Kirche brauchen“, so Scheufler.

Wie er zum Rücktritt des ehemaligen Landesbischofs Carsten Rentzing (Dresden) sagte, werden die Ereignisse der letzten Wochen noch lange nachklingen und ihre Wirkung nicht verfehlen. So werde sich in Sachsen derzeit wohl kein Pfarrer für so ein Amt aufstellen lassen, der die biblischen Anforderungen an einen Bischof erfülle. Eine Frau, die lesbisch sei und lieber Goethe als die Bibel zitiere, habe hingegen beste Voraussetzungen dafür, „dass nicht in ihrer Vergangenheit herumgeschnüffelt wird“. Bei seinen Zelttagen erlebe er jedoch immer wieder auch, dass unter dem Kreuz alle zusammenfänden, die ernsthaft zu Jesus kämen – sogar Menschen mit gegensätzlichen politischen Ansichten. „Dafür bin ich natürlich nicht verantwortlich. Dazu braucht es jedoch verständliche und biblische Verkündigung über Sünde, Vergebung, Kreuz und Auferstehung“, so der Evangelist. Die eigentliche Arbeit aber erledige Jesus.

Das Evangelisationsteam veranstaltet den Freundestag jedes Jahr. Als Verein arbeitet es auf der Glaubensgrundlage der Deutschen Evangelischen Allianz. Es finanziert sich ausschließlich über Spenden.

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