Samstag • 21. April
Hamburg
13. April 2018

Flüchtling ersticht seine Ex-Partnerin und die gemeinsame Tochter

Verzweifelt kämpften die Retter um das Leben der Mutter. Auch das einjährige Kind starb durch die Messerattacke. Foto: picture-alliance/Tnn/dpa-Zentralbild/dpa
Verzweifelt kämpften die Retter um das Leben der Mutter. Auch das einjährige Kind starb durch die Messerattacke. Foto: picture-alliance/Tnn/dpa-Zentralbild/dpa

 

 

Hamburg (idea) – Ein 33-Jähriger hat am 12. April in der Hamburger Innenstadt seine Ex-Partnerin und seine einjährige Tochter erstochen. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um den aus dem Niger (Westafrika) nach Deutschland geflüchteten Mourtala M. Der Mann ging auf dem S- und U-Bahnhof Jungfernstieg mit einem Messer auf seine deutsche Ex-Partnerin Sandra P. (34) los und verletzte sie sowie die gemeinsame Tochter Mariam schwer. Nach Polizeiangaben flüchtete er anschließend, wählte selbst den Notruf und warf seine Waffe in einen Mülleimer im Bahnhof. Kurze Zeit später wurde er gefasst. Das Kind sei noch vor Ort verstorben, seine Mutter kurze Zeit später im Krankenhaus, so die Polizei. Auslöser für die Tat könnte eine Sorgerechtsstreit um die Tochter gewesen sein. Wie der Sprecher des Amtsgerichts Hamburg-St. Georg, Kai Wantzen, der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, hatte eine Familienrichterin bei einem Termin am 11. April deutlich gemacht, dass sie dem Antrag des nicht verheirateten Vaters auf das Sorgerecht für seine Tochter nicht stattgeben werde. Ein Pastor, der 2013 mit Mourtala M. Kontakt hatte, äußerte sich gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea entsetzt über die Tat. Pastor Sieghard Wilm (Hamburg), der die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Pauli betreut, hatte den jungen Mann kennengelernt, als dieser 2013 als Teil einer Gruppe Flüchtlinge von der italienischen Insel Lampedusa nach Hamburg kam. Die Gemeinde inmitten des sozialen Brennpunktes St. Pauli habe den Flüchtlingen damals humanitäre Hilfe geleistet, so Wilm. Nach einiger Zeit habe sich die Gruppe zerstreut. Mit einigen von ihnen habe er Kontakt gehalten, jedoch nicht mit Mourtala M. Zu den Familienumständen könne er daher nichts sagen. Damit widersprach Wilm einem Bericht der „Bild“-Zeitung, er habe den Tatverdächtigen seit seiner Ankunft als Pastor betreut. Am 13. April wurde Mourtala M. dem Haftrichter vorgeführt.

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