Montag • 25. März
Bedford-Strohm
15. März 2019

Evangelische Kirchenleiter begrüßen Schülerdemos für Klimaschutz

In Berlin demonstrierten für den Klimaschutz. Foto: picture-alliance/dpa
In Berlin demonstrierten für den Klimaschutz. Foto: picture-alliance/dpa

München/Dresden/Hamburg (idea) – Führende Repräsentanten der EKD und der Landeskirchen haben sich hinter die Schülerproteste „Fridays for Future“ (Freitage für die Zukunft) gestellt. Die Demonstrationen finden weltweit jeden Freitag statt. In Deutschland beteiligten sich am 15. März Zehntausende Schüler in rund 200 Städten. Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), äußerte sich gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea lobend über die Aktion für den Klimaschutz: „Ich finde es toll, dass Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt dafür auf die Straße gehen.“ Dass darin die Bewahrung der Schöpfung als Anliegen sichtbar werde, sei für ihn eine große Ermutigung. „Und es zeigt, welcher Unsinn es ist, wenn immer wieder von einer jungen Generation die Rede ist, die nur um ihr Eigenes besorgt ist und sich nicht für Politik interessiert“, so Bedford-Strohm. Laut dem Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing (Dresden), ist es unerlässlich, in Fragen der Lebensbedingungen auf der Erde umzudenken. Man müsse aber auch handeln. Rentzing: „Daher finde ich schon, dass wir als Kirche in dieser Frage die Initiative der Jugendlichen unterstützen sollten.“ Die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Kirsten Fehrs (Hamburg), sagte: „Die Erde bebauen und bewahren, dass ist der biblische Auftrag.“ Hierbei sei „ein bunter und lebendiger Protest viel ansteckender“ als ängstliche Mahnungen. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten die Demonstrationen gewürdigt.

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Kritiker weisen auf Schulpflicht hin

Auf Kritik stößt hingegen, dass die Demonstrationen während der Schulzeit stattfinden. So schrieb etwa der Bundesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), Henrik Wärner (Göttingen): „Wenn die Schüler jeden Freitag den Unterricht verpassen, ist das nicht mehr verhältnismäßig.“ Laut Landesbischof Rentzing ist die Überschneidung von Streiks und Schulzeit „sicherlich ein schwieriges Thema“. Er sei jedoch überzeugt, „dass auch persönliches und gesellschaftliches Engagement eingeübt werden muss“. Die Demonstrationen seien auch ein Teil der Persönlichkeitsbildung, „in der junge Menschen zu einer Haltung finden und gleichzeitig merken, dass sie damit nicht allein sind“. Bischöfin Fehrs sagte, dass die Schüler nicht gegen den Unterricht auf die Straße gingen, sondern für den Klimaschutz – „selbst in den Ferien“.

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