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Jahrbuch Sucht
08. April 2020

Bürger trinken pro Kopf und Jahr eine Badewanne voll Alkohol

Die Deutschen konsumieren im Durchschnitt 131,3 Liter alkoholische Getränke  pro Jahr. Symbolfoto: pixabay.com
Die Deutschen konsumieren im Durchschnitt 131,3 Liter alkoholische Getränke pro Jahr. Symbolfoto: pixabay.com

Hamm (idea) – Der Alkoholkonsum pro Person in Deutschland hat leicht zugenommen. Das geht aus dem Jahrbuch Sucht 2020 hervor, das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hamm) am 8. April herausgegeben hat.

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Jeder Bürger ab 15 Jahren habe 2018 im Durchschnitt 131,3 Liter alkoholische Getränke verbraucht. Das sind 0,3 Liter mehr als im Vorjahr. Die konsumierte Menge pro Person entspreche „in etwa einer Badewanne an Bier, Wein, Schaumwein und Spirituosen“.

Alkoholkonsum sei immer riskant, so die Suchtexperten. In Deutschland litten im Jahr 2018 insgesamt drei Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren unter einer alkoholbezogenen Störung wie Hang zum Missbrauch oder einer Abhängigkeit. Schädlicher Alkoholkonsum verursache pro Jahr etwa 74.000 Todesfälle und einen wirtschaftlichen Schaden von rund 57 Milliarden Euro. Dem stünden Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von nur 3,2 Milliarden Euro im Jahr 2018 gegenüber.

Konsum von Pfeifentabak deutlich gestiegen

Obwohl die Zahl der Raucher seit Jahren rückläufig ist, stieg 2019 der Verbrauch von Zigaretten und Pfeifentabak. So wurden 74,6 Milliarden Fertigzigaretten geraucht, das entspricht einer Steigerung von 0,3 Prozent gegenüber 2018. Der Konsum von Pfeifentabak stieg um 24,5 Prozent auf 4.150 Tonnen. Dies dürfte insbesondere auf die Beliebtheit des speziellen Wasserpfeifentabaks zurückzuführen sein, den vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in Shisha-Bars oder zu Hause rauchen, vermuten die Suchtexperten.

Die Zahl der Todesfälle durch den Konsum illegaler Drogen stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr um 9,6 Prozent auf 1.398. Das Jahrbuch Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen wertet Zahlen, Fakten und Trends zum Konsum legaler und illegaler Drogen sowie zu abhängigem Verhalten aus.

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