Montag • 22. April
SPD-Tagung
12. April 2019

Bischof Overbeck: Religionen können Frieden in Europa fördern

Der katholische Bischof Franz-Josef Overbeck bei der Tagung „Europa – ein Friedensprojekt“ am 12. April in Berlin. Foto: Christina Bachmann
Der katholische Bischof Franz-Josef Overbeck bei der Tagung „Europa – ein Friedensprojekt“ am 12. April in Berlin. Foto: Christina Bachmann

Berlin (idea) – Religionen sind in der Lage, den Frieden nachhaltig zu fördern. Das betonte der katholische Bischof Franz-Josef Overbeck (Essen) bei der Tagung „Europa – ein Friedensprojekt“ der SPD-Bundestagsfraktion in Zusammenarbeit mit dem „Arbeitskreis Christinnen und Christen in der SPD“ am 12. April in Berlin. Gleichzeitig könnten Religionen in fundamentalistischen Extremformen aber zu Feindschaft und Kriegen zwischen Völkern beitragen. Religiöse Pluralität sehe er weder als Chance noch als Bedrohung für den Frieden: „Alles hängt von den Umständen ab.“ So könnten sich Religionen auf den Wert der Freiheit berufen und diesen für jeden Menschen individuell achten. „Wenn sie aber diese Freiheit einerseits für sich ausnutzen und andererseits anderen verweigern, dann kann religiöse Pluralität zur echten Gefahr werden“, erklärte Overbeck, der auch Vizepräsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) ist. Er selbst könne als „Ruhrbischof“ ein positives Lied davon singen, wie Muslime mit Christen in friedlicher Weise zusammenlebten. Das gelinge auch in vielen anderen europäischen Ländern. Overbeck bezog sich auf das Buch des Propheten Jesaja. Dort stehe bereits (32,17): „Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein.“ Das eine sei ohne das andere nicht zu haben. Gerechtigkeit sei jedoch etwas anderes, als wenn man alles als gleich ansehe, so Overbeck.

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Lars Castellucci: Nationalismus hat immer zu Krieg geführt

Der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Castellucci (Wiesloch), warnte vor Nationalismus. Dieser treibe in Europa neue Blüten: „Nationalismus hat immer zum Krieg geführt.“ Als Christ entnehme er der Bibel, für die Gleichwürdigkeit der Menschen einzutreten. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) rief zur Wertschätzung religiöser Vielfalt auf und verurteilte religiös motivierte Gewalt: „Wenn jemand aufgrund seiner Religion in einem Land angegriffen wird, dann ist das immer auch ein Angriff auf alle Religionen.“

Eva Högl: Christlicher Glaube ist für mich der Kompass in der Politik

Für die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Eva Högl (Berlin) ist die Religionsfreiheit ein hohes Gut: „Wir dulden weder Antisemitismus noch Muslimfeindlichkeit, und natürlich auch keine Anfeindungen gegen Christen.“ Europa habe sein Fundament auch im christlichen Glauben. So seien Gerechtigkeit, Menschenwürde, Nächstenliebe und Barmherzigkeit Werte, die bei der Gestaltung von Europa eine Rolle gespielt hätten. Für sie selbst sei ihr Glaube Kompass und Ratgeber auch in der Politik: „Der christliche Glaube ist das Fundament für mein politisches Engagement.“

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