Donnerstag • 18. Oktober
Berlin
21. September 2018

Behörden lehnen umstrittenes Mauer-Kunstprojekt ab

Die knapp einen Kilometer lange Mauer, die ein Häuserkarree in Berlin-Mitte umschließen sollte, wurde abgelehnt. Symbolfoto: picture-alliance/dpa
Die knapp einen Kilometer lange Mauer, die ein Häuserkarree in Berlin-Mitte umschließen sollte, wurde abgelehnt. Symbolfoto: picture-alliance/dpa

Berlin (idea) – Das umstrittene Kunstprojekt „DAU Freiheit“ wird nicht stattfinden. Das bestätigten die Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz im Berliner Senat, Regine Günther (parteilos), und Bezirksstadträtin Sabine Weißler (Bündnis 90/ Die Grünen) am 21. September vor Journalisten. Gründe für die Ablehnung seien vor allem Bedenken bei der Verkehrssicherheit und dem Brandschutz. „Dem Veranstalter war es nicht möglich, einen sicheren Ablauf der Veranstaltung zu garantieren“, so Weißler. Die Initiatoren sahen vor, mit einer knapp einen Kilometer langen originalgetreuen Rekonstruktion der Mauer ein Häuserkarree in Berlin-Mitte zu umschließen. Geplanter Zeitraum war der 12. Oktober bis zum Tag des Mauerfalls am 9. November. Die Besucher hätten ein Visum beantragen und ihr privates Telefon abgeben müssen, um in den eingeschlossenen Bereich zu gelangen. Damit sollte erfahrbar gemacht werden, was Freiheitsverlust in totalitären Systemen bedeutet.

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Bürgerrechtlerin: Vorhaben verharmlost sozialistische Diktatur

Die Aktion war bereits im Vorfeld auf Widerstand gestoßen. Die frühere Bürgerrechtlerin und CDU-Politikerin Vera Lengsfeld (Berlin) sprach gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea von „einer ungeheuren Verharmlosung“ der sozialistischen Diktatur. Das Vorhaben sei „ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der Mauertoten und eine Verhöhnung der Menschen, die gezwungen waren, unter einer Gewaltherrschaft zu leben“. Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, und der frühere Bundestagsabgeordnete Konrad Weiß forderten ein Verbot des Kunstprojektes, weil es kommunistische Verbrechen banalisiere. Die Idee zu DAU beruht auf Filmarbeiten des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky über den Physiker und Nobelpreisträger Lev Landau (1908–1968), der den Spitznamen „Dau“ hatte. Veranstalter sind die Berliner Festspiele.

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