Samstag • 19. Januar
Markus Neitzel
07. Januar 2019

Vierschanzentournee: Die deutsche Stimme des Siegers ist evangelikal

Der evangelikale Christ Markus Neitzel sprang als Übersetzer für den Sieger der Vierschanzentournee, den Japaner Ryoyu Kobayashi (links), ein. Foto: Privat
Der evangelikale Christ Markus Neitzel sprang als Übersetzer für den Sieger der Vierschanzentournee, den Japaner Ryoyu Kobayashi (links), ein. Foto: Privat

Bischofshofen/Wetzlar (idea) – Der Übersetzer des Siegers der Vierschanzentournee, des Japaners Ryoyu Kobayashi (22), ist ein evangelikaler Christ: Markus Neitzel (Rechtenbach bei Wetzlar). Er ist Mitarbeiter des Missionswerks OMF Deutschland (früher ÜMG: Überseeische Missionsgemeinschaft) mit Sitz in Mücke bei Gießen. Er hat zusammen mit seiner Frau Conny von 1987 bis 2000 in Japan als Missionar gearbeitet und in dieser Zeit fünf Gemeinden gegründet – zusammen mit einheimischen Christen. Das bestätigte Neitzel der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Kobayashi hatte alle vier Springen gewonnen – als einer von bisher drei Sportlern. Vor ihm gelang es nur Sven Hannawald (München) und Kamil Stoch (Zakopane/Polen). Am letzten Tag des Wettkampfs (6. Januar) im österreichischen Bischofshofen musste Kobayashi aber auf Neitzel verzichten. Denn der Geistliche hatte lange vor der Vierschanzentournee zugesagt, in der Japanischen Evangelischen Gemeinde in Frankfurt am Main zu predigen.

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Eigentlich als Ordner vor Ort

Neitzels Tätigkeit als Übersetzer war nicht geplant. Der sportbegeisterte Geistliche hatte sich als freiwilliger Helfer beim Veranstalter gemeldet und war als Ordner eingesetzt worden. Als er dann mitbekam, dass die Presse Verständigungsprobleme mit Kobayashi bei Interviews hatte, bot er seine Hilfe an. Kobayashi spricht kaum Englisch, und keiner der anwesenden Journalisten konnte Japanisch.

Als Übersetzer auch im Tischtennis und im Rollstuhlbasketball aktiv

Neitzel hat nach seinen Worten bereits Erfahrungen als ehrenamtlicher Übersetzer von Spitzensportlern aus Japan bei Wettkämpfen in Deutschland – so bei Weltmeisterschaften im Tischtennis, im Rollstuhlbasketball und im Skispringen. Als Christ bietet er seine Hilfe an, um den Japanern zu helfen, in Deutschland zurechtzukommen. Dazu hat er eine Fortbildung bei der christlichen Sportorganisation SRS (Altenkirchen) absolviert. Doch beim Veranstalter der Vierschanzentournee, dem internationalen Ski-Verband FIS, war er bisher nicht bekannt.

Japaner im Ausland offener für das Evangelium

Das Ehepaar Neitzel kam im Jahr 2000 aus Japan zurück, um sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. Ursprünglich wollten sie anschließend nach Japan zurückkehren. Aber dann stellten die beiden Missionare fest, dass die hier lebenden Japaner viel offener für das Evangelium sind als ihre Landsleute zu Hause. Und so betreut Neitzel, der am Theologischen Seminar St. Chrischona in der Schweiz studiert hat, als Pastor die kleinen japanischen Gemeinden in Mannheim und Frankfurt am Main. In Deutschland leben rund 34.000 Japaner. OMF International wurde 1865 von dem englischen Arzt Hudson Taylor (1832–1905) als China Inland Mission gegründet. Heute sind 1.400 Mitarbeiter aus 40 Nationen – darunter etwa 60 Deutsche – unter 100 Volksgruppen Ostasiens im Einsatz. OMF Deutschland gehört zur Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM).

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