Montag • 18. März
CDU und AfD sehen Vorhaben kritisch
09. März 2019

Schwerin: Evangelische Gemeinden für geplante Moschee

v.l.: Konstanze Helmers, Pastorin der Bernogemeinde, Mohamed Dib Khanij, Vorsitzender des Islamischen Bundes, und Ariane Baier, Dompredigerin der Kirchenregion Schwerin, mit der Stellungnahme. Foto: picture-alliance/dpa
v.l.: Konstanze Helmers, Pastorin der Bernogemeinde, Mohamed Dib Khanij, Vorsitzender des Islamischen Bundes, und Ariane Baier, Dompredigerin der Kirchenregion Schwerin, mit der Stellungnahme. Foto: picture-alliance/dpa

Schwerin (idea) – Die Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden in Schwerin haben die Stadt aufgefordert, ein Grundstück für die Einrichtung einer Moschee bereitzustellen. Eine entsprechende Erklärung veröffentlichte die Regionalkonferenz der Schweriner Gemeinden gemeinsam mit der katholischen Pfarrgemeinde St. Anna am 8. März. Zum Hintergrund: Der Islamische Bund in Schwerin will ein Grundstück der Stadt erwerben, um in einer ehemaligen Kaufhalle eine Moschee mit Begegnungsstätte einzurichten. Die bisherigen Gebetsräume in einem ehemaligen Kindergarten am Stadtrand sind nach Angaben des Vereins seit längerem zu klein. Jeden Freitag kämen rund 400 Beter. In Schwerin lebten insgesamt rund 2.000 Muslime. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU in der Stadtvertretung (Stadtrat), Gert Rudolf, kritisierte eine mögliche Verpachtung. Eine Moschee in dem Plattenbaugebiet Großer Dreesch könnte zur Trennung verschiedener Bevölkerungsgruppen führen: „Alle Fraktionen sind sich einig, dass wir in den sozialen Brennpunkten mehr für eine bessere Durchmischung tun müssen.“ Die Ansiedlung der Moschee an diesem Standort sei der falsche Weg. „Die Segregation verfestigt sich damit weiter.“ Er sprach sich dafür aus, das Thema ohne Zeitdruck zu beraten. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass dieses wichtige Thema kurz vor der Kommunalwahl im Schweinsgalopp durch die Gremien gebracht werden soll.“ Die Stadtvertretung wird am 26. Mai neu gewählt.

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Christen haben in der DDR selbst Diskriminierung erlebt

Die AfD hat ein Bürgerbegehren gegen die geplante Moschee gestartet. Wenn es mindestens 4.000 Personen unterstützen, findet ein Bürgerentscheid über die Frage statt. Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) unterstützt laut AfD das Gebetshaus, ohne die Meinung der Bewohner einzuholen. „Die Bevölkerung ist nie gefragt worden und sämtliche Einwände wurden ignoriert“, heißt es in einer Mitteilung der Partei. Ende Februar übergaben die Initiatoren 5.500 Unterschriften an die Stadt Schwerin. Sie teilte jedoch mit, dass das Bürgerbegehren noch nicht formal beantragt und deshalb bisher nicht zugelassen sei. Die Kirchengemeinden nannte als Grund für ihre Unterstützung der neuen Moschee, dass „der Mensch zur Gemeinschaft geschaffen ist“: „Öffentliche Orte, an denen sich die Gemeinde zum Gebet und zum Gottesdienst versammeln kann, sind darum eine wichtige Voraussetzung, um das Recht der freien Religionsausübung verwirklichen zu können.“ Viele Christen in Schwerin hätten in der DDR selbst Diskriminierung durch den Staat wegen ihres Glaubens erlebt. „Darum wissen wir: Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut und eine wichtiger Ausdruck der Demokratie.“

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