Dienstag • 10. Dezember
Präses der EKD-Synode
10. November 2019

Schwaetzer: Kirche muss sich gegen Rassismus positionieren

Die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer. Archivfoto: idea/Wolfgang Köbke
Die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer. Archivfoto: idea/Wolfgang Köbke

Dresden (idea) – Die Positionierung gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit ist eine vordringliche Aufgabe der Kirche. Das sagte die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer (Berlin), am 10. November vor Journalisten in Dresden. „Es ist unsere Pflicht als Christen, da in die Diskussion zu gehen“, erklärte die frühere FDP-Politikerin auf einer Pressekonferenz zur Eröffnung der Synodentagung. Sie hat das Schwerpunktthema „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens“. Die Kirche müsse sich in Innen- und Außenpolitik dafür einsetzen, dass Konflikte möglichst ohne Gewalt gelöst werden, sagte Schwaetzer.

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Die Präses forderte außerdem die Bundesregierung auf, ihren Einfluss geltend zu machen, um auf europäischer Ebene strengere Regeln für Waffenexporte durchsetzen. In Deutschland gebe es bereits eine restriktive Praxis, grundsätzlich keine Waffen in Krisengebiete zu liefern. Eine solche Regelung auf nationaler Ebene reiche aber nicht aus.

Bedford-Strohm: Atmosphäre schaffen, in der man Ängste aussprechen darf

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), sagte in der Pressekonferenz, die Kirche müsse sich klar von allen öffentlichen Äußerungen abgrenzen, die die Menschenwürde verletzten. Die Gottesebenbildlichkeit jedes Menschen gehöre zu den unverzichtbaren Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens. Deshalb könne es in dieser Frage keine Kompromisse geben. Gleichzeitig müsse die Kirche aber versuchen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Menschen Sorgen und Ängste „einfach mal aussprechen“ dürften. Im persönlichen Gespräch könne das auch mit Menschen gelingen, die Sympathien für rechtes Gedankengut hätten.

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