Donnerstag • 2. Juli
Bettina Westfeld
27. Juni 2020

Sachsen: Landessynode hat eine neue Präsidentin

Die neue Präsidentin der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Bettina Westfeld. Foto: evlks.de
Die neue Präsidentin der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Bettina Westfeld. Foto: evlks.de

Dresden (idea) – Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens hat eine neue Präsidentin. Sie wählte am 27. Juni in Dresden die Historikerin Bettina Westfeld (Dresden) zur Nachfolgerin von Rechtsanwalt Otto Guse (Reumtengrün/Vogtland), der das Amt zwölf Jahre lang innehatte.

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Im dritten Wahlgang erhielt sie 54 von 77 gültigen Stimmen. 22 Synodale stimmten mit Nein, einer enthielt sich. Der Mitbewerber Christoph Apitz (Oelsnitz/Vogtland) hatte seine Kandidatur nach dem zweiten Wahlgang zurückgezogen.

Die 44-Jährige wuchs in einem christlich geprägten Elternhaus in Dresden auf. Nach dem Abitur am dortigen Kreuzgymnasium studierte sie in Dresden Neuere- und Neueste Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Philosophie. Danach war sie am Hannah-Arendt-Institut an der TU Dresden sowie in der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in verschiedenen Einrichtungen tätig.

Neben ihrer Tätigkeit als freiberufliche Historikerin engagiert sie sich seit 18 Jahren in der sächsischen Landessynode, seit zwölf Jahren als Vizepräsidentin. Zudem gehört sie unter anderem zum Rat des Lutherischen Weltbundes.

Vor der Landessynode nannte sie Punkte, die ihr im Präsidentenamt besonders wichtig seien, so etwa eine umfassende Beteiligung: „Ich träume davon, dass sich in den synodalen Debatten die Vielfalt und auch die Stimmungen unserer Kirchgemeinden abbilden.“ Auch als Dresdnerin wolle sie den ländlichen Raum nicht aus dem Blick verlieren. Weitere Ziele seien, die Arbeitsfähigkeit der Landessynode durch die Digitalisierung zu verbessern sowie die synodalen Interessen in der Kirchenleitung zu vertreten. Westfeld ist verheiratet und hat drei Kinder.

Landesbischof Bilz: Für Frieden zwischen den verschiedenen Strömungen einsetzen

In seiner Andacht vor der Landessynode ging Landesbischof Tobias Bilz (Dresden) auf Themen ein, die das Gremium während seiner sechsjährigen Legislatur beschäftigen werden. „Es wird um Frieden gehen zwischen verschiedenen geistlichen und theologischen Strömungen“, so der Kirchenleiter. Er fragte: „Erleben wir ausreichend ‚geistlichen Regen’, also Segen von Gott, dem Heiligen Geist und seinem Wirken unter uns? Und leben wir in unseren Gemeinden in geordneten Verhältnissen, sodass wir sagen könnten: Die sächsische Landeskirche hatte Frieden?“.

Es sei gut, sich auch unter den aktuell veränderten Umständen als Landessynode zu konstituieren und die Arbeit aufzunehmen. „Es ist aber genauso gut und wichtig, sich am Anfang an Gott zu wenden und im Gebet Vergewisserung zu finden“, so der Landesbischof. „Wir werden uns den Herausforderungen stellen, die vor uns liegen, und wir setzen unser Vertrauen dabei nicht in erster Linie auf unsere eigenen Möglichkeiten, sondern auf Gott, der jedermann gern dient, der ihn bittet.“

Zur sächsischen Landeskirche gehören rund 677.000 Mitglieder in 686 Gemeinden. Die 80 Synodalen tagen noch bis zum 28. Juni.

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