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Rettungsschiff
24. August 2019

Reformierte Kirche unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

Viele Menschen aus Afrika versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Symbolfoto: pixabay.com
Viele Menschen aus Afrika versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Symbolfoto: pixabay.com

Leer/Hamburg (idea) – Die Evangelisch-reformierte Kirche unterstützt als erste der 20 Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) deren Initiative, ein neues Rettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken. Für die Anschaffung oder Entsendung stelle die 171.000 Mitglieder zählende Kirche 15.000 Euro bereit, kündigte Kirchenpräsident Martin Heimbucher (Leer) an. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Kirchenleitung, teilt die Pressestelle der Kirche mit. Heimbucher kritisierte zugleich die Kriminalisierung ziviler Seenotretter: „Seenotrettung ist eine rechtliche Verpflichtung und ein Gebot christlicher Nächstenliebe.“ Solange es keine staatliche, von der Europäischen Union getragene Seenotrettung im Mittelmeer gebe, seien zivile Initiativen nötig. Kritiker werfen zivilen Seenotrettern unter anderem vor, Schleuserbanden in die Hände zu arbeiten. Die Unterstützung eines zivilen Rettungsschiffs ist laut Heimbucher auch eine Mahnung an die europäische Politik, dass Seenotrettung und ein Verteilmechanismus für Bootsflüchtlinge nötig seien. Der Kirchenpräsident wünscht sich, dass sich viele Kirchen in Europa der Aktion anschließen. Die Initiative zu dem Rettungsschiff entstand beim Deutschen Evangelischen Kirchentag im Juni in Dortmund. Das Schiff soll der Rettungsorganisation „Sea Watch“ zur Verfügung gestellt werden.

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UN: In diesem Jahr bereits 669 Tote

Außerdem rufen die Hamburger Citykirchen, darunter die evangelisch-reformierte Gemeinde in der Hansestadt, zum Beten und Demonstrieren für die Aufnahme von Flüchtlingen auf. Bis zum 14. November organisieren sie jeweils donnerstags um 17.15 Uhr vor der Hauptkirche St. Petri eine Andacht zum Thema „Seenotrettung. Jetzt!“. Seit Jahren fliehen Tausende Menschen vor allem aus den Krisenregionen Afrikas über das Mittelmeer nach Europa. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) waren 2018 mehr als 2.300 Tote und Vermisste zu beklagen. In diesem Jahr fanden bereits 669 Menschen den Tod. Zur Evangelisch-reformierten Kirche gehören 145 Gemeinden im gesamten Bundesgebiet, vornehmlich in Ostfriesland, dem Emsland, in der Grafschaft Bentheim sowie im östlichen Niedersachen und in Bayern.

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