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23. Juni 2019

Präses Diener lobt Kirchentag und tadelt konservative Kritiker

Der Präses der pietistischen Dachorganisation Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband, Michael Diener, ist auch Mitglied des Rates der EKD. Foto: idea/kairospress
Der Präses der pietistischen Dachorganisation Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband, Michael Diener, ist auch Mitglied des Rates der EKD. Foto: idea/kairospress

Dortmund (idea) – Der Präses der pietistischen Dachorganisation Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband, Michael Diener (Kassel), hat den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund gelobt und zugleich konservativ-frommen Kritikern vorgeworfen, das Treffen zu verleumden. In der „Kirchentagszeitung“ (Ausgabe 22. Juni) schrieb der dem Rat der EKD angehörende Theologe, er erlebe auf dem Kirchentag „viel geistliche Gemeinschaft, tiefgehende Bibelarbeiten, spannende Diskussionen zu ethischen, gesellschaftlichen, politischen Themen. Glaubensermutigung und Weltverantwortung“. An jeder Ecke der Stadt musizierten Bläserensembles und Chöre. Es sei „so ergreifend und bewegend, in Dortmund unterwegs zu sein“. Nicht alles gefalle ihm, „aber hey, ich bin nicht der Nabel der christlichen Welt“. Und dann lese er „in einer bestimmten konservativ-frommen Blase von Mitchristen, die selbst gar nicht da sind, aber von einigen semiprominenten ‚Stimmführern‘ so ‚eingestimmt‘ wurden, nur Abfälliges, Warnungen, Verleumdungen und Gerichtswarnungen über diesen Kirchentag“. Anstatt sich über dieses größte evangelische Fest des Glaubens in Deutschland zu freuen, für die Verantwortlichen und Teilnehmenden zu beten und „gerne auch manches nicht gut zu finden oder differenziert zu kritisieren, treten wir uns als ‚Glieder am Leib Christi‘ gegenseitig in den Hintern, machen uns das Leben schwer, diffamieren und pauschalisieren“.

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Diener fordert „Ent-rüstet euch!“ – Brücken bauen

Er fragt: „Und das im Namen des Evangeliums? Mit Gottes Segen? Echt jetzt?!“ Diener fordert: „Ent-rüstet euch, seht die anderen, nehmt sie so wahr, wie selbst wahrgenommen werden wollt, baut Brücken!“ Nichts könne man in Deutschland „weniger brauchen als diesen Trashtalk unter Christenmenschen“. Denjenigen, die sich wunderten, warum das Evangelium in diesem Land vermeintlich so schwach sei, und meinten, es liege an der Verkündigung der anderen, sage er: „Es liegt an diesem grässlichen, oberflächlichen, einseitigen Urteilsgeist und mangelnder Liebe.“ Zum Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband gehören 90 Verbände und Werke. Sie beschäftigen rund 1.100 hauptamtliche Prediger und Gemeinschaftspastoren sowie bis zu 3.000 Mitarbeiter in diakonischen Einrichtungen.

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