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Bedford-Strohm
11. Februar 2019

Papua-Neuguinea: Große Dankbarkeit für die Arbeit der Missionare

Der Ratsvorsitzende (weißes Hemd, gelber Blumenkranz) auf dem Weg zu einer Kirche in Sattelberg, von der die Inlandsmission in Papua-Neuguinea gestartet wurde. Foto: Facebook/Heinrich Bedford-Strohm
Der Ratsvorsitzende (weißes Hemd, gelber Blumenkranz) auf dem Weg zu einer Kirche in Sattelberg, von der die Inlandsmission in Papua-Neuguinea gestartet wurde. Foto: Facebook/Heinrich Bedford-Strohm

München/Port Moresby (idea) – Eine große Dankbarkeit für die Arbeit der Missionare in Papua-Neuguinea hat der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm (München), bei einer zehntägigen Besuchsreise festgestellt. Die 1,2 Millionen Mitglieder zählende Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea ist die älteste Partnerkirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. 1886 war Johannes Flierl (1858–1947) dort als erster bayerischer Missionar angekommen. Seither arbeiteten fast 450 Missionare aus Bayern in Papua-Neuguinea. Bedford-Strohm sprach mit führenden Kirchenvertretern sowie Politikern und besuchte kirchliche Einrichtungen. Auf Facebook schrieb er: „Für mich ist das Überraschendste an unserem Besuch, wie ausnahmslos positiv von den Missionaren gesprochen wird und wie sehr man sich ein intensiviertes Engagement von unserer Seite wünscht. Wer die von uns geschickten Ärzte und ihre Professionalität, gepaart mit viel Liebe, erlebt hat, versteht auch, warum das Image der Missionare so positiv ist.“ Laut dem Landesbischof arbeiten derzeit 22 Personen aus Bayern in der Kirche von Papua-Neuguinea, darunter fünf Pfarrer, drei Diakone, drei Ärzte, ein Pilot und ein Pilotenausbilder. Aus der dortigen Partnerkirche seien vier Christen in Bayern tätig. Der Pazifikstaat hat über 8,2 Millionen Einwohner, davon leben laut Bedford-Strohm etwa sechs Millionen in ländlichen Gebieten. Sie würden von nur 70 Ärzten versorgt. Zehn davon seien von der internationalen lutherischen Gemeinschaft entsandt. Der Landesbischof äußerte sich auch zu Magie und Geisterglauben in Papua-Neuguinea. Zauberei und „aggressive Hexenphantasien“ richteten viel Schaden an und jagten Menschen Angst ein. Für Unglück würden übernatürliche Ursachen gesucht. Opfer seien häufig Unschuldige, vor allem Frauen, die der Hexerei bezichtigt und Opfer von Folter und Mord würden. Auch deswegen sei der christliche Glaube so wichtig: „Er ist eine Kraft gegen die Angst und für die Humanität.“

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Bewohner von Papua-Neuguinea sind Opfer des Klimawandels

Bedford-Strohm weist ferner darauf hin, dass Papua-Neuguinea vom Klimawandel betroffen sei. So sei der Meeresspiegel kontinuierlich gestiegen und lasse Inseln versinken. Der Landesbischof: „Menschen in den Küstenregionen hier, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, sind seine ersten Opfer.“ Auch deshalb sei es wichtig, international wirksame Strategien dagegen zu entwickeln. Laut Bedford-Strohm liegen die CO2-Emissionen der Papuas bei lediglich 0,81 Tonnen pro Kopf und Jahr, die der Deutschen zwischen neun und zehn Tonnen. Forscher machen den Kohlendioxid-Ausstoß für den Treibhauseffekt verantwortlich.

Kirche zahlt Kompensation für Kohlendioxidausstoß

Der Landesbischof räumt ein, dass seine Flugreise mit einem „erheblichen CO2-Ausstoß“ verbunden sei. Nach seiner Ansicht wäre es aber falsch, ökumenische Besuchsreisen oder internationale Konferenzen, die nur mit dem Flugzeug erreichbar sind, grundsätzlich einzustellen. Zugleich plädiert er dafür, für jeden Flug einen Ausgleich zu zahlen. Er tue das seit vielen Jahren – wie auch die Landeskirche für alle Dienstreisen – auf der Internet-Plattform www.klimakollekte.de. Mit dem dort eingezahlten Geld würden dann zum Beispiel Öfen für Bauern in Nicaragua finanziert, die genau die mit dem Flug verursachte CO2-Menge einsparten.

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