Samstag • 15. Juni
Pfingstmissionsfest
10. Juni 2019

Liebenzeller Mission setzt Zeichen gegen Antisemitismus

4.200 Besucher kamen zum Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission in Bad Liebenzell. Foto: Jochen Lengler
4.200 Besucher kamen zum Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission in Bad Liebenzell. Foto: Jochen Lengler

Bad Liebenzell (idea) – Gegen die Verachtung und Verfolgung von Menschen mit anderer Hautfarbe, politischer Einstellung oder religiöser Überzeugung hat sich der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfarrer Johannes Luithle, gewandt. Er äußerte sich am 9. Juni beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission in Bad Liebenzell (Nordschwarzwald), zu dem rund 4.200 Besucher kamen. Um ein Zeichen gegen Antisemitismus und Extremismus zu setzen, habe sich die Missionsleitung mit Kippa fotografieren lassen und das Bild unter anderem auf der Internetseite des Werks veröffentlicht. Antisemitismus könne und wolle man nicht dulden. Missionsdirektor Martin Auch bezeichnete das erste Pfingstfest vor rund 2.000 Jahren als „Geburtsstunde der Gemeinde Jesu“. Diese sei von Beginn an multikulturell gewesen. Auf den Aspekt wolle man auch in den Gemeindegründungen „neu achten“.

ANZEIGE

Der interdisziplinäre Studiengang Theologie/Soziale Arbeit ist gefragt

Der Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL), Prof. Volker Gäckle, teilte mit, dass sich 117 Christen für einen der IHL-Studiengänge beworben hätten. Das größte Interesse bestehe wie in den Vorjahren an dem interdisziplinären Bachelor-Studiengang Theologie/Soziale Arbeit. Dort gibt es ihm zufolge bislang 54 Bewerbungen, so dass die Hochschule leider nicht alle werde aufnehmen können. Geringer sind die Bewerberzahlen für die Bachelor-Studiengänge Evangelische Theologie (17 Bewerbungen) und Theologie/Pädagogik (16), für den Master-Studiengang Integrative Beratung (18) sowie an der Interkulturellen Theologischen Akademie (12). Hinzu kommen elf Bewerbungen für das neue Weiterbildungsprogramm Gemeindeentwicklung.

Liebenzeller Schwesternschaft: 90 von 116 Schwestern im Ruhestand

Die Oberin der Liebenzeller Schwesternschaft, Schwester Johanna Hägele, berichtete, dass von den 116 Missionsschwestern mittlerweile 90 im Ruhestand seien, sich aber häufig weiterhin noch missionarisch und diakonisch engagierten. 26 Schwestern seien in der Kinder-, Jugend- und Gemeinschaftsarbeit, im diakonischen Dienst, in der Verwaltung oder als Missionsschwestern im Ausland eingesetzt. Von ihren Erfahrungen berichteten Mitarbeiter der Liebenzeller Mission, die im Mittleren Osten tätig sind. Die Lage der wenigen Christen in der arabischen Welt sei „herausfordernd“. Die meisten Muslime, die Christen geworden sind, müssten ihren Glauben vor ihrer Familie verstecken – sonst sei ihr Leben bedroht. Der Gospelsänger Faith Mussa aus dem afrikanischen Malawi erzählte von ähnlichen Problemen. Sein Großvater sei Imam gewesen, sein Vater durch die Arbeit von Missionaren Christ geworden. Daraufhin habe ihn seine Familie verbannt und enteignet. Mussa berichtete, dass er während seiner Konzerte auch evangelistische Impulse weitergebe. Da dorthin auch junge Menschen kämen, für die der Glaube keine große Bedeutung habe, erreiche er viele Nichtchristen. Die Liebenzeller Mission ist mit rund 230 Mitarbeitern in 23 Ländern eine der großen evangelischen Missionsorganisationen in Deutschland. Zweimal jährlich veranstaltet sie Missionsfeste. Das nächste findet am 8. September statt.

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.

6 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.
Diese Woche lesen Sie
  • Reinhardt Schink „Die Vielfalt unserer Gesellschaft soll sich auch in der Allianz widerspiegeln“
  • Kinderrechte Das Erziehungsrecht der Eltern wird ausgehebelt
  • Pro und Kontra Auf die alten Sprachen verzichten?
  • Gebetsfrühstück Gebet als Kraftspender
  • Gerhard Maier Streiflichter eines Altbischofs
  • mehr ...
ANZEIGE