Montag • 25. September
Antidiskriminierungsprojekt
13. September 2017

Kooperation der Evangelischen Jugend mit Muslimen kommt gut an

Das Projekt will gesellschaftlichem Misstrauen entgegenwirken, dem muslimische Jugendorganisationen in besonderer Weise ausgesetzt seien. Foto: www.junge-muslime-als-partner.de
Das Projekt will gesellschaftlichem Misstrauen entgegenwirken, dem muslimische Jugendorganisationen in besonderer Weise ausgesetzt seien. Foto: www.junge-muslime-als-partner.de

Kassel (idea) – Zwei der größten christlichen Jugendverbände in Deutschland – der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) und der Verband „Entschieden für Christus“ (EC) – begrüßen die Kooperation der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej, Hannover) mit drei muslimischen Vereinen. Im Rahmen des Projekts „Junge Muslime als Partner – FÜR Dialog und Kooperation! GEGEN Diskriminierung!“ arbeitet die aej – in der sowohl der CVJM als auch der EC Mitglied sind – seit 2015 mit der „Muslimischen Jugend in Deutschland“, den „DITIB-Landesjugendverbänden Niedersachsen und Bremen“ sowie dem „Verband der islamischen Kulturzentren“ zusammen. Man wolle gesellschaftlichem Misstrauen entgegenwirken, dem muslimische Jugendorganisationen in besonderer Weise ausgesetzt seien, heißt es auf der Internetseite der aej. Ziel sei es, Barrieren abzubauen, damit junge Menschen besser teilhaben und sich gesellschaftlich beteiligen können.

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CVJM: Es geht darum, muslimische Jugendverbände zu begleiten

„Es ist unumstritten, dass wir als Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend auch mit muslimischen Jugendorganisationen im Dialog stehen, und das tun wir auch als CVJM“, sagte CVJM-Pressesprecher Sebastian Vogt der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Das Projekt sei ein Dialog- und Kooperationsprojekt: „Es geht darum, drei muslimische Jugendverbände auf ihrem Weg als demokratisch organisierte und demokratisch und partizipativ handelnde Jugendorganisationen zu begleiten.“

EC: Keine theologisch-geistliche, sondern eine jugendpolitische Maßnahme

Ähnlich äußerte sich der Bundespfarrer des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC), Rudolf Westerheide (Kassel), in einer persönlichen Stellungnahme gegenüber idea. Die Hilfestellung für die genannten islamischen Jugendverbände geschehe auf Bitten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und werde vom Ministerium gefördert. Insofern handele es sich weniger um eine theologisch-geistliche, als um eine jugendpolitische Maßnahme: „Als solche begrüße ich sie in dem Maße, in dem sie dazu beiträgt, moderate und liberale Kräfte innerhalb der islamischen Glaubensgemeinschaft zu stärken und sich zu organisieren.“ Eine durchgehende Islamfeindlichkeit oder Diskriminierung von Muslimen, der es entgegenzuwirken gälte, sehe er in Deutschland aber nicht, so Westerheide. Gestandene Christen sollten keine Berührungsängste mit Menschen anderer Religionszugehörigkeit haben: „Im EC freuen wir uns über jede Gelegenheit, Jesus Christus als unseren Herrn und Gott zu bezeugen.“

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