Mittwoch • 14. November
Köln
18. Oktober 2018

Keltenfest in der Kirche: Wo Engel, Trolle und Dämonen tanzen

Eine Familienparty mit Dämonen? Ein Weltanschauungsexperte kritisiert das Angebot der Lutherkirche in der Kölner Südstadt. Screenshot: Evangelische Gemeinde Köln
Eine Familienparty mit Dämonen? Ein Weltanschauungsexperte kritisiert das Angebot der Lutherkirche in der Kölner Südstadt. Screenshot: Evangelische Gemeinde Köln

Köln (idea) – In Köln soll eine Kirche Schauplatz für ein Spektakel mit heidnischen Wesen werden – und das am Reformationstag (31.Oktober). Der Förderverein der Lutherkirche in der Südstadt lädt zu einer Familienparty unter dem Motto „HalloFeen! Tanz am Tor zur Anderswelt“ ein. Auf der Internetseite des Vereins heißt es dazu: „Wo Engel und Feen mit Trollen und Dämonen und Waldgeistern tanzen – das ist die Anderswelt, deren Wesen wir in dieser Nacht begegnen.“ Anlass für das Fest sei das „keltische Spätherbstfest Samhain zum Neujahr der Hexen, zum 11. Neumond im Kalenderjahr“. Kinder seien eingeladen, sich „als Moor- oder Wassergeist, als Elfe, Kobold, Fee oder Riese, Prinzessin, Waldgeist, Blumenmädchen, Spukgeist oder Zauberer“ zu verkleiden. Der Pfarrer der Lutherkirche, Hans Mörtter, erklärte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, bei dem Fest gehe es unter anderem darum, „dem Halloween-Schwachsinn Kultur und eine anspruchsvolle Form des Feierns entgegenzusetzen“. Das Gruselfest Halloween wird in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November gefeiert. Der Landespfarrer für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche im Rheinland, Pfarrer Andrew Schäfer (Düsseldorf), sagte gegenüber idea, aus der Einladung gehe nicht hervor, „warum ein keltisches Herbstfest ausgerechnet in einer Kirche gefeiert wird“. Wenn eine Kirchengemeinde bei einer Veranstaltung Motive aus der heidnischen Vorstellungswelt aufgreife, sollte im Interesse eines erkennbar christlichen Profils „schon deutlich werden, was den christlichen Glauben davon unterscheidet“.

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