Sonntag • 5. April
Abendmahlsfeiern
22. März 2020

Katholischer Stadtdekan erneuert die Kritik an der Absage von Gottesdiensten

Der katholische Stadtdekan von Frankfurt am Main, Johannes zu Eltz. Foto: imago-images
Der katholische Stadtdekan von Frankfurt am Main, Johannes zu Eltz. Foto: imago-images

Frankfurt am Main (idea) – Der katholische Stadtdekan von Frankfurt am Main, Johannes zu Eltz, hat die Absage von Gottesdiensten wegen der Corona-Pandemie kritisiert. Hintergrund: Im katholischen Bistum Limburg werden bis zum 4. April keine Gottesdienste stattfinden.

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Gottesdienste mit Abendmahlsfeiern hätten aber „einen unvergleichlichen und unveräußerlichen Wert“, sagte der Geistliche gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. In der Eucharistie feierten Katholiken die reale Präsenz des Leibes und Blutes Jesu Christi in Brot und Wein. Zu Eltz: „Da geht nichts drüber.“ Diese Gegenwart Christi könne auch nicht durch Fernseh- oder Online-Gottesdienste ersetzt werden.

Zugleich erklärte zu Eltz, dass er mit seiner Kritik nicht gegen die Versammlungsverordnung des Gesetzgebers verstoße wolle. In Hessen sind seit dem 20. März Versammlungen von mehr als fünf Personen verboten. Bis dahin galt ein Verbot von Treffen mit mehr als 100 Personen. Zuvor hatte zu Eltz gegenüber dem Hessischen Rundfunk (HR) erklärt, dass der Gottesdienst keine verzichtbare Kulturveranstaltung sei, sondern spirituelle Daseinsvorsorge.

Katholiken können auch Fernseh- und Internetgottesdienste mitfeiern

Wie der Stadtdekan gegenüber idea weiter ausführte, will er sich mit seiner Kritik an der Absage der Gottesdienste weiterhin „innerhalb des Gesetzesgehorsams“ bewegen. Mit seiner Haltung wolle er auf keinen Fall den Kritikern der Beschlüsse von Bundesregierung und Landesregierungen Vorschub leisten, die eine Legitimation für Corona-Parties suchten.

Er halte es aber für richtig, dass unter Wahrung aller Sicherheitsvorschriften Katholiken in kleinsten Gruppen weiter zusammenkämen, um miteinander Gottesdienst zu feiern. Zugleich räumte er ein, dass auch Katholiken „mit großer Andacht“ Fernseh- und Internetgottesdienste mitfeierten: „Das verbindet uns über Kirchengrenzen hinweg.“

Wie zu Eltz weiter sagte, rechnet er nicht damit, dass nach Ende der Corona-Pandemie die Zahl der Gottesdienstbesucher aufgrund der vermutlich mehrwöchigen Ausfalls merklich ansteigen werde: „Das wird keinen nachhaltigen Effekt haben.“

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