Mittwoch • 12. Dezember
Studie
12. November 2018

Junge Erwachsene haben eine starke „Ich-Fixierung“

Der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, Prof. Gerhard Wegner. Foto: idea/Wolfgang Köbke
Der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, Prof. Gerhard Wegner. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Würzburg (idea) – Bei jungen Erwachsenen gibt es eine starke „Ich-Fixierung“. Zugleich hat die Kirche bei ihnen drastisch an Bedeutung verloren. Das geht aus einer Studie hervor, die der Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, Prof. Gerhard Wegner (Hannover), am 12. November der EKD-Synode in Würzburg zum Schwerpunktthema „Glaube junger Menschen“ vorstellte. Für die Studie wurden 1.000 Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren repräsentativ befragt. Wegner zufolge fühlen sich junge Erwachsene in einem sehr hohen Maße für ihr Leben allein verantwortlich. Zudem finde eine Kommunikation über Glaubensfragen kaum statt. Religion sei kein Thema, mit dem man „nach draußen geht“. Zudem werde die Kirche „nicht mehr als wirksame Institution gesehen, die für Zusammenhalt und Toleranz in der Gesellschaft sorgt“.

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Gott spielt nur eine geringe Rolle

Die Studie unterscheidet zwischen Befragten, die sich selbst als „religiös“ bzw. als „nicht religiös“ verstehen. Danach gaben 87 Prozent der nicht religiösen Befragten an, dass sie selbst über ihr Leben bestimmen. Drei Prozent sagten, eine höhere Macht oder ein Gott bestimmten ihr Leben. Bei den Religiösen erklärten 72 Prozent, sie selbst seien für ihr Leben verantwortlich. Für 28 Prozent ist es eine höhere Macht oder ein Gott. 69 Prozent der religiösen und fünf Prozent der nicht religiösen jungen Erwachsenen gaben an, an einen Gott zu glauben. Für 25 Prozent der Religiösen spielt der Glaube im Alltag eine große Rolle, bei den nicht religiösen Befragten sind es ein Prozent.

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