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Synode
29. November 2019

Homo-Segnung oder -Trauung: EKM-Gemeinden sollen entscheiden

In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sollen die Gemeinden künftig selbst entscheiden, ob sie gleichgeschlechtliche Partner kirchlich segnen oder trauen. Symbolfoto: unsplash.com
In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sollen die Gemeinden künftig selbst entscheiden, ob sie gleichgeschlechtliche Partner kirchlich segnen oder trauen. Symbolfoto: unsplash.com

Erfurt (idea) – In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sollen die Gemeinden künftig selbst entscheiden, ob sie gleichgeschlechtliche Partner kirchlich segnen oder trauen. Das geht aus einem Beschluss der Landessynode vom 28. November hervor, wie die Pressestelle der EKM der Evangelischen Nachrichtenagentur idea bestätigte.

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Das Gremium reagierte damit auf einen Antrag von Jungsynodalen vom Frühjahr 2017. Nach bisheriger Regelung waren Segnungen in einem öffentlichen Gottesdienst grundsätzlich möglich. Dem Beschluss zufolge handelt es sich „bei der kirchlichen Trauung um eine gottesdienstliche Begleitung für die vor dem Staat geschlossene Ehe“. Kern jedes Gottesdienstes nach vollzogener Eheschließung sei „die Verantwortung vor Gott, das Versprechen der lebenslangen Treue und die Bitte um Gottes Beistand und Segen“.

Demgemäß bitte die Landessynode die Gemeinden, „vor dem Staat geschlossene Ehen gottesdienstlich zu begleiten“. Die Landessynode bekräftigte zudem, dass kirchliche Empfehlungen und Entscheidungen zu gottesdienstlichen Handlungen aus Anlass von Eheschließungen das Verständnis der Heiligen Schrift berührten. Dabei hätten in der mitteldeutschen Kirche „verschiedene Umgangsweisen mit Aussagen der Schrift ihren Platz“. Es gelte, gegenseitige Achtung sowie die Gewissensfreiheit aller Beteiligten zu wahren.

Schüfer ist neuer Regionalbischof für die Propstei Meiningen-Suhl

Auf ihrer Tagung wählten die Synodalen den 52-jährigen Pfarrer Tobias Schüfer (Erfurt) zum neuen Regionalbischof für die Propstei Meiningen-Suhl. Er studierte Theologie in Halle/Saale, Tübingen und Jena. Nach seinem Vikariat in der Kirchengemeinde Arnstadt war er von 2001 bis 2008 Pfarrer in Urnshausen/Rhön, gleichzeitig hatte er die Stelle des Kreisjugendpfarrers inne. Seit 2008 ist er Regionaler Studienleiter für die Vikarsausbildung der EKM und der Landeskirche Anhalt. Schüfer hat zudem den stellvertretenden Vorsitz der Lutherischen Bekenntnisgemeinschaft Thüringen inne.

Die Synode beriet ferner den Haushaltsplan für 2020 und 2021. Demnach stehen für die Finanzierung der kirchlichen Aufgaben im kommenden Jahr planmäßig 207,5 Millionen Euro zur Verfügung. Für das Jahr 2021 sind es 205,2 Millionen. Damit liegt der Haushalt 2,7 Millionen Euro über der Plansumme von 2019 (204,8 Millionen Euro).

Zur mitteldeutschen Kirche gehören rund 691.700 Mitglieder in 3.137 Gemeinden. Die Synode tagt noch bis 30. November.

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