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„Hoffnungsmobil“
27. März 2020

Wo der Pastor zum Abendsegen vorbeischaut

Engel hat eine Lautsprecheranlage auf ein kleines Elektrofahrzeug montiert und fährt mit diesem „Hoffnungsmobil“ durch den Ort. Foto: Privat
Engel hat eine Lautsprecheranlage auf ein kleines Elektrofahrzeug montiert und fährt mit diesem „Hoffnungsmobil“ durch den Ort. Foto: Privat

Wanderup (idea) – Weil Gottesdienste wegen der Corona-Krise derzeit ausfallen müssen, spendet der Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wanderup (Kreis Schleswig-Flensburg), Gunnar Engel, den rund 2.500 Einwohnern des Ortes am Freitagabend einen Abendsegen.

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Darüber berichtet er im sozialen Netzwerk YouTube. Er hat eine Lautsprecheranlage auf ein kleines Elektrofahrzeug montiert und fährt mit diesem „Hoffnungsmobil“ durch den Ort. Bei seiner ersten Tour am 20. März habe er in 100 Minuten zehn Stopps eingelegt.

Wie er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, hatte er die Route zuvor auf der Facebook-Seite der Kirchengemeinde bekanntgegeben. Einige Einwohner hätten bereits auf der Straße oder an ihren Fenstern auf ihn gewartet. Er habe ihnen jeweils eine Kurzandacht mit Vaterunser und Abendsegen zugesprochen.

Die Kirche kommt

Teilweise begrüßte er die Wartenden mit den Worten: „Wenn ihr nicht in die Kirche kommen könnt, kommt die Kirche zu euch.“ Nach den Worten von Engel reicht es nicht aus, als Kirche derzeit nur Online-Angebote bereitzuhalten. Wichtig sei es, auch jene Menschen anzusprechen, die nicht digital erreichbar seien.

Das Projekt „mobiler Abendsegen“ sei das schönste gewesen sei, „was ich als Pastor je gemacht habe“, so der Pastor. Er wolle es während der Corona-Krise künftig jeden Freitagabend fortsetzen. Engel betreibt auf YouTube den Videokanal „Pastor Gunnar Engel“, der 8.750 Abonnenten hat. Seine Kirchengemeinde hat 1.500 Mitglieder.

Im November 2019 erhielt Engel für seine Verdienste den Medienpreis „Goldener Kompass“ der Christlichen Medieninitiative pro. Die Evangelische Nachrichtenagentur idea (beide Wetzlar) wählte ihn im selben Jahr gemeinsam mit anderen Persönlichkeiten zum „Christen des Jahres“.

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