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Altbundespräsident Gauck
14. Februar 2018

Die Kirchen haben unendlich viel für die deutsche Einheit getan

V.l.: Altbundespräsident Joachim Gauck und der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns. Foto: Agentur Hübner
V.l.: Altbundespräsident Joachim Gauck und der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns. Foto: Agentur Hübner

Braunschweig (idea) – Die Kirchen haben unendlich viel getan, damit die 40-jährige Trennung Deutschlands überwunden wird. Das sagte Altbundespräsident Joachim Gauck am 13. Februar in Braunschweig. Er sprach anlässlich des 450-jährigen Bestehens der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Besonders hob er die vielen Kontakte zwischen den Kirchen in Ost und West hervor: „Von familiären Verbindungen abgesehen leistete aus meiner Sicht niemand mehr für menschliche Begegnung, gedanklichen Austausch und den Fortbestand gemeinsamer Identität auf einer gemeinsamen Wertebasis als die Institution Kirche.“ Zu jahrzehntelang überlebenden Gefühlen von Zusammengehörigkeit trotz Mauer hätten die Kirchen Großes beigetragen und auch den Prozess der Vereinigung mitgestaltet.

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„Gott hat uns nicht zum Rummosern berufen“

Dass nach der Friedlichen Revolution zahlreiche kirchliche Mitarbeiter in die Politik wechselten, sieht Gauck darin begründet, dass die Kirchen wohl der einzige Raum in der DDR waren, in denen demokratisches Verhalten trainiert wurde. Heute wünsche er sich von den Kirchen, dass sie beim Zusammenwachsen Deutschlands „mehr als nur Geduld“ aufbrächten: „Ich wünsche mir, dass sie auch den noch immer nicht abgeschlossenen Prozess der inneren Einheit unseres Landes mutig mitgestalten.“ Sie könnten Menschen befähigen, Gott, den Mitmenschen und sich selbst zu vertrauen: „Gott hat uns doch nicht zum Abwarten oder zum Rummosern berufen, sondern zum Handeln.“

Landesbischof Meyns für Reformationstag als gesetzlich geschützten Feiertag

Der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns (Wolfenbüttel) sprach sich für die Einführung des Reformationstages als gesetzlich geschützten Feiertag in Niedersachsen aus. Die Reformation habe Gesellschaft und Kirche entscheidend geprägt: „Insofern halte ich es für eine gute Idee, daran mit einem Feiertag zu erinnern.“ Der 31. Oktober könne ein Impuls für die Erneuerung der Gesellschaft und ein Anreiz für die Arbeit an der Einheit der Kirche sein, so Meyns. Um die Zukunft der Kirche sorge er sich nicht, sagte Meyns. Vieles werde sich ihn ihr ändern, so wie sich die Gesellschaft insgesamt schnell verändere: „Veränderungen sind wir in der Kirche gewohnt. Das können wir, seit Jahrhunderten.“ Gleichzeitig betonte er, die Kirche sei kein Selbstzweck: „Sie ist nicht die Quelle, sondern nur der Wegweiser zur Quelle.“ Die braunschweigische Landeskirche hat 342.000 Mitglieder in 329 Gemeinden.

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