Montag • 25. März
Fastenaktionen
26. Februar 2019

Von „7 Wochen ohne Lügen“ bis „Klimafasten“

Die Aktion der evangelischen Kirche „7 Wochen ohne“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“. Foto: 7wochenohne.evangelisch.de
Die Aktion der evangelischen Kirche „7 Wochen ohne“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“. Foto: 7wochenohne.evangelisch.de

Frankfurt am Main/Hamburg/Hannover (idea) – Am Aschermittwoch (6. März) beginnt eine Reihe von Fastenaktionen während der Passionszeit. Christen verzichten bis Ostern (21./22. April) unter anderem auf Genussmittel wie Alkohol, Süßigkeiten und Tabak oder liebgewordene Gewohnheiten wie das Fernsehen. Die Aktion der evangelischen Kirche „7 Wochen ohne“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“ (www.7-wochen-ohne.de). Sie soll zum Nachdenken darüber anregen, „wie oft wir in der alltäglichen Kommunikation kleine und große Notlügen nutzen oder falsche Aussagen machen“. Der Geschäftsführer der Aktion, Arnd Brummer (Frankfurt am Main), schreibt dazu: „Wir wollen gemeinsam danach suchen, was die Wahrheit eigentlich ist und wie wir sie erkennen. Wir werden versuchen, uns selbst nicht zu belügen und mit anderen ehrlich zu sein. Wir sollten auch über Wahrhaftigkeit nachdenken. Und darüber, wann man für die Wahrheit streiten muss.“ In den sieben Wochen vor Ostern könne man „vielleicht auch Gottes Wahrheit näherkommen – und dabei auch uns selbst“. Der Eröffnungsgottesdienst für die Kampagne findet am 10. März in der evangelischen Kirche in Oestrich-Winkel (Rheingau) statt und wird live vom ZDF übertragen.

ANZEIGE

„Andere Zeiten“: Wer fastet, unterbricht bewusst den Alltag

Der ökumenische Verein „Andere Zeiten“ (Hamburg) macht wieder zwei Angebote: die wöchentliche Briefaktion „7 Wochen anders leben“ und den Fasten-Wegweiser „wandeln“ mit Impulsen für jeden Tag (www.anderezeiten.de). Bei der Briefaktion erhält man zunächst eine Broschüre mit Informationen rund um die Fastenzeit und dann sieben Mal Post. Das Material enthält Erfahrungsberichte zum Fasten, Gedichte, Karikaturen und eine biblische Geschichte, die von Woche zu Woche weitererzählt wird. Die Impulse des 120-seitigen Fasten-Wegweisers sprechen, so heißt es, Geist, Körper und Seele an. Die Sonntage befassen sich mit den sieben Todsünden und gehen der Frage nach, „ob oder wie sie uns heute noch angehen“. Der Chefredakteur von „Andere Zeiten“, Frank Hofmann, erklärte zu den Aktionen: „Wer fastet, unterbricht bewusst den Alltag in seiner oftmals abstumpfenden Gleichförmigkeit und stellt sich den Fragen nach dem Sinn und dem Sein ganz neu.“

„Sieben Wochen mit“: Auf das Leiden und Sterben Jesu besinnen

Das Amt für Gemeindedienst der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) initiiert wieder die Aktion „7 Wochen mit“ (www.7Wochen.de). Sie will anleiten, „innezuhalten und der Besinnung auf das Leiden und Sterben Jesu Christi mit der Bedeutung für das menschliche Leben Raum zu geben“. Dafür stellt das Amt im Internet Materialien zur Verfügung, die auch in gedruckter Form kostenlos erhältlich sind (afg@afg-selk.de). Sie beinhalten Lieder, Psalm, Bibellesung, Gebet und Segensbitte. Ziel der Aktion ist es, dass an jedem Tag der Fastenzeit an mindestens einem Ort eine „7-Wochen-mit“-Andacht oder ein Gottesdienst stattfindet. Offiziell eröffnet wird die Aktion am 6. März mit einer gemeinsamen Passionsandacht der beiden SELK-Gemeinden in Hannover.

Kirchen rufen zum Klimafasten auf: Das „tut Leib und Seele gut“

Zu einem „Klimafasten“ laden elf evangelische Landeskirchen und drei katholische Bistümer ein. Fasten für Klimaschutz und -gerechtigkeit „tut Leib und Seele gut, lässt achtsamer werden, verändert mich und die Welt“, heißt es auf der Internetseite (www.klimafasten.de). Jeder könne sich fragen, was er konkret tun könne, damit weniger Kohlendioxid verbraucht und durch das Klimafasten der Temperaturanstieg auf der Erde ein klein wenig verringert werde, erklärte der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh (Karlsruhe). In einer Fastenbroschüre gibt es Anregungen zu Themen wie „Achtsam kochen und essen“, „Fairer Konsum“, „Anders unterwegs sein“ und „Plastikfreies Leben“. So empfehlen die Kirchen, häufiger auf das Auto zu verzichten und Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. „Klimafasten“ ist eine Initiative der evangelischen Kirchen Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Bremen, Kurhessen-Waldeck, Norddeutschland, Oldenburg, Rheinland, Westfalen und der Landeskirchen Baden, Hannover, Lippe und Württemberg sowie der Diözesanräte in den Bistümern Berlin, Hildesheim und Passau. In Thüringen startet zum neunten Mal die Aktion „Autofasten. Sinn erfahren“. Sie ermuntert dazu, öfter das Rad und den Personennahverkehr zu nutzen. Initiatoren sind der Verein „Bus & Bahn Thüringen“ sowie die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (www.autofasten-thueringen.de).

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.

9 Kommentare
Kommentare sind ausgeblendet.
Zum Einblenden der Kommentare hier klicken.
Diese Woche lesen Sie
  • Literatur Der Buchmissionar
  • EKBO-Handreichung Kirche Jesu Christi oder parteipolitische Klippschule?
  • Lyrik Poetry Slam als Ausdrucksform des Glaubens
  • Verantwortung Wenn Angehörige für Sterbende entscheiden müssen
  • ideaSpezial Lesen, hören und sehen
  • mehr ...
ANZEIGE