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Statistik
12. Juli 2019

EKD: Neuer Tiefststand bei den Gottesdienstbesuchen

Immer weniger Menschen gehen in die kirchlichen Gottesdienste. Symbolbild: pixabay.com
Immer weniger Menschen gehen in die kirchlichen Gottesdienste. Symbolbild: pixabay.com

Hannover (idea) – Der Gottesdienstbesuch in den evangelischen Landeskirchen in Deutschland hat einen neuen Tiefststand erreicht. 2017 gingen durchschnittlich nur noch 3,3 Prozent der 21,5 Millionen Mitglieder in die Kirche – also rund 734.000. Das geht aus der neuesten Statistik des EKD-Kirchenamtes in Hannover hervor, die jetzt veröffentlicht wurde, sich aber auf das Jahr 2017 bezieht. Ein Jahr zuvor betrug der Gottesdienstbesuch 3,5 Prozent (771.000 Personen). 2007 lag die Quote noch bei 3,8 Prozent (959.000) der damals 24,8 Millionen Kirchenmitglieder. Insgesamt wurden 2017 am Zählsonntag Invokavit 5.377 Kindergottesdienste gefeiert, die von 88.800 Teilnehmern besucht wurden. 2007 waren es 8.181 Kindergottesdienste mit 145.000 Teilnehmern. Das entspricht einem Rückgang bei den Teilnehmerzahlen um 38,8 Prozent.

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Sachsen ist beim Gottesdienstbesuch Spitze

Den prozentual höchsten Gottesdienstbesuch vermeldet die sächsische Landeskirche (7,1 Prozent) – ein Plus von 0,8 Prozentpunkten im Vergleich zu 2016. Dahinter folgte die Evangelische Landeskirche Anhalts (5,1 Prozent) und die württembergische Landeskirche (4,8 Prozent). Schlusslicht bildet die Evangelisch-lutherische Kirche in Oldenburg (2,3 Prozent).

Mehr Austritte und Eintritte

Erhöht haben sich die Zahlen der Kirchenaustritte sowie der Eintritte. 2017 kehrten 197.207 (0,9 Prozent) Mitglieder den Landeskirchen den Rücken, im Jahr zuvor waren es 190.284 (ebenfalls 0,9 Prozent) – ein Plus von 3,6 Prozent bei den absoluten Zahlen. Die höchsten Quoten an Austritten hatten die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sowie die bremische Kirche (jeweils 2,1 Prozent), gefolgt von der Nordkirche (1,2 Prozent) sowie der oldenburgischen und der bayerischen Kirche (jeweils 1,0 Prozent). Die niedrigste Austrittsquote gab es in der Evangelischen Landeskirche Anhalts (0,4 Prozent). Ein leichtes Plus von 240 Personen (+0,9 %) gab es bei den Eintritten (26.229). Im Jahr zuvor waren es 25.989.

Es gibt 13.266 Bibelkreise

Ferner geht aus der EKD-Statistik hervor, dass es im Berichtszeitraum 2017 4.362 Bibelwochen mit 130.000 Teilnehmern gab. Zudem existierten im Bereich der EKD 13.266 Bibelkreise mit 103.000 Teilnehmern. Größer war das Angebot an kirchenmusikalischen Veranstaltungen. Die Gemeinden luden zu 87.590 Konzerten (2016: 67.405) ein, die über 7,7 Millionen Teilnehmer (2016: 7,6 Millionen) zählten. In den Gemeinden gibt es 12.380 Kirchenchöre mit 279.000 Sängern, 7.244 Kinderchöre oder Instrumentalkreise mit 84.000 Aktiven sowie 5.827 Posaunenchöre mit 88.000 Musikern. Auch Seminare zu theologischen Fragen stießen auf breite Resonanz. 31.341 Angebote werden ausgewiesen, die von rund 647.000 Interessenten wahrgenommen wurden. 2017 gab es in den EKD-Gliedkirchen 16.905 Kindergruppen mit 166.000 Besuchern sowie 11.035 Jugendgruppen mit 109.000 Teilnehmern. Addiert sind das 27.940 Gruppen mit 275.000 Teilnehmern. Vor zehn Jahren waren es deutlich mehr: Da wurden Kinder- und Jugendgruppen statistisch gemeinsam erfasst. Es gab 40.241 Gruppen mit 419.000 Teilnehmern. Das entspricht einem Rückgang bei den Teilnehmerzahlen von 34,4 Prozent.

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