Montag • 19. November
EKD-Jugenddelegierte
07. November 2018

Was sich in der Kirche ändern muss

v. l. : Ein Teil der Jugenddelegierten der EKD, Doreen Dieck, Philipp Kuttler und Anna-Lena Wörrlein. Foto: idea/m.pletz
v. l. : Ein Teil der Jugenddelegierten der EKD, Doreen Dieck, Philipp Kuttler und Anna-Lena Wörrlein. Foto: idea/m.pletz

Wetzlar (idea) – Die evangelische Kirche hat mit Angeboten in der digitalen Welt Nachholbedarf. Das Smartphone gehört für Jugendliche einfach dazu und sollte deshalb auch in der kirchlichen Arbeit mitgenutzt werden. Diese Ansicht vertritt die EKD-Jugenddelegierte und Studentin der Religionspädagogik Anna-Lena Wörrlein (Kassel) in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Anlass ist die bevorstehende EKD-Synode. Sie findet vom 11. bis 14. November in Würzburg statt und wird sich mit dem Schwerpunktthema „Glaube junger Menschen“ beschäftigen. Wörrlein zufolge ist es am wichtigsten, Interesse an Jugendlichen zu zeigen und ihre Probleme und Erwartungen ernst zu nehmen. Wenn man Jugendlichen Verantwortung übergebe, seien sie auch bereit, sich von der digitalen Welt zu trennen, um in der realen Welt mitzugestalten.

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Theologiestudentin: Barrierefreie Sprache statt Kirchensprech nötig

Laut der EKD-Jugenddelegierten und Theologiestudentin Doreen Dieck (Münster) muss die Kirche ihre Botschaft allen Menschen möglichst einfach zugänglich machen. Im „Kirchensprech“ und in Predigten gebe es viele Floskeln, hinter denen man sich gut verstecken könne. Nötig sei eine „barrierefreie Sprache“. Zudem müsse der klassische Gottesdienst mehr erklärt werden. Viele Besucher wüssten nicht, warum die Gemeinde plötzlich aufstehe und was hinter den einzelnen Elementen der Liturgie stecke. Allerdings würde man viele Leute enttäuschen, wenn die Kirche auf das traditionelle Angebot verzichten würde, so Dieck.

„Kirchliches Leben wird an den Rand gedrängt“

Der EKD-Jugenddelegierte und Theologiestudent Philipp Kuttler (Tübingen) rechnet damit, dass die Mitgliederzahl der Kirche weiter sinken werde: „Wenn alles so weiterläuft wie bisher, wird das kirchliche Leben aus der Mitte der Gesellschaft an den Rand gedrängt werden.“ Wer dann noch dabei sei, werde dies umso überzeugter sein. Die Kirchengemeinden sollten sich stärker vernetzen und Synergien nutzen. So müssten kleinere Gemeinden nicht „das volle Programm“ anbieten, sondern könnten sich gegenseitig ergänzen. Kuttler zufolge hat bei vielen jungen Christen die Bibel eine starke Autorität. Allerdings falle auf, dass Gemeinden, die Zulauf haben, oft auf Lobpreismusik setzten und die Gefühle ansprächen. Man dürfe die Bibel nicht gegen Lobpreis ausspielen. Beides gehöre zusammen.

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