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Künftiger EKBO-Bischof Stäblein
14. November 2019

„Die Lust an der Taufe neu wecken“

Der künftige Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein. Foto: idea / M. Pletz
Der künftige Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein. Foto: idea / M. Pletz

Wetzlar (idea) – Der künftige Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein (Berlin), will die „Lust an der Taufe neu wecken“ und „Taufhindernisse“ beseitigen.

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Stäblein ist seit 2015 Propst der EKBO und tritt am 16. November die Nachfolge von Markus Dröge (65) an, der seit November 2009 amtiert und in den Ruhestand tritt.

In einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) sagte Stäblein, eine Möglichkeit sei es, gemeindeübergreifend zu Tauffesten einzuladen. Zudem wolle man mit den Eltern in evangelischen Kitas ins Gespräch kommen. Man dürfe aber „keinen Taufvertrieb machen, als wäre die Taufe ein Produkt, das wir an den Mann oder die Frau bringen“. Die Entscheidung zur Taufe bleibe ein geistlicher Moment.

Nach Worten Stäbleins setzt sich die EKBO intensiv damit auseinander, dass zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr viele Mitglieder austreten. Die Kirche verliere jedes Jahr zwischen 1,8 und 2 Prozent ihrer Mitglieder: „Das ist sehr schmerzhaft.“ Zwar gehörten nur 14,9 Prozent der Einwohner auf dem Gebiet der EKBO der evangelischen Kirche an, dennoch sei diese eine Volkskirche. Als Minderheit wirke sie stark in die Gesellschaft hinein.

Denkbar sei es, für die Mitgliedschaft neue Formen zu entwickeln, etwa Steuererleichterungen und eine ruhende Mitgliedschaft für junge Mitglieder. Stäblein: „Ich finde das eine spannende Idee und würde darüber gerne diskutieren.“

Predigten sollten nah bei der Schrift und möglichst lebensnah sein

Zur Frage, worauf es bei der Verkündigung ankomme, erklärte Stäblein, eine Predigt müsse nah bei der Schrift und verständlich sein „und zwar möglichst lebensnah, glaubwürdig und weit weg von Formelsprache“. Anstatt dogmatisierende, abstrakte Sätze zu machen, sollten Prediger lieber eine Geschichte erzählen. Allerdings scheitere er selbst immer wieder an seinen eigenen Ansprüchen, so Stäblein: „Es macht unheimlich viel Spaß, es ist aber auch schwer, denn wer predigt, will doch gerade existenziell berühren und ansprechen. Ich versuche es auch, aber es gelingt auch oft nicht.“

Zur EKBO gehören 941.145 Mitglieder in 1.247 Kirchengemeinden.

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