Samstag • 20. Juli
Resolution des Kirchentages
24. Juni 2019

Die EKD soll ein Rettungsschiff ins Mittelmeer schicken

Die Todesrate unter den Flüchtlingen im Mittelmeer drohe wegen fehlender Rettungsschiffe zu steigen, heißt es zur Begründung der Forderung. Foto: pixabay.com
Die Todesrate unter den Flüchtlingen im Mittelmeer drohe wegen fehlender Rettungsschiffe zu steigen, heißt es zur Begründung der Forderung. Foto: pixabay.com

Dortmund (idea) – Die EKD und ihre Gliedkirchen sollen selbst ein Schiff zur Seenotrettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer schicken. Diese Forderung erhebt eine Resolution des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Sie wurde am 22. Juni auf dem Protestantentreffen verabschiedet. Initiatoren waren unter anderen die Journalistin Beatrice von Weizsäcker (München), der Europaabgeordnete Sven Giegold (Bündnis 90/Die Grünen, Düsseldorf) und der Direktor der Berliner Stadtmission, Joachim Lenz. Von Weizsäcker und Giegold sind Mitglieder im Präsidium des Kirchentages. Die Todesrate unter den Flüchtlingen im Mittelmeer drohe wegen fehlender Rettungsschiffe zu steigen, heißt es zur Begründung der Forderung. Die Kirche dürfe „dem Scheitern der europäischen Regierungen nicht zusehen“, sondern müsse selbst mutig handeln. „Kleine symbolische Schritte zur Aufnahme von Flüchtlingen sind wichtig, aber beenden das Sterben im Mittelmeer durch die fehlende Seenotrettung und die fehlenden sicheren Fluchtwege nicht“, so der Resolutionstext.

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EKD prüft die Forderung nach einem kirchlichen Rettungsschiff

Ein EKD-Pressesprecher in Hannover erklärte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, man unterstütze uneingeschränkt das grundliegende Anliegen der Resolution. Das Sterben im Mittelmeer müsse ein Ende haben. Die Forderung nach einem Rettungsschiff der Kirchen werde in den zuständigen Gremien der EKD und der Landeskirchen beraten werden. „Wir prüfen, was wir tun können“, so der Sprecher.

Resolution für den Schutz bedrohter Minderheiten im Nahen Osten

In einer weiteren Resolution des Kirchentages wird die Bundesregierung aufgefordert, sich stärker für bedrohte religiöse Minderheiten im Nahen Osten einzusetzen. Die Entschließung mit dem Titel „Mit interreligiösem Dialog Leben retten und Zukunftsperspektiven bauen – in Deutschland und im Nahen Osten!“ wurde von der Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen), dem Diözesanbischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche Norddeutschland, Anba Damian (Höxter-Brenkhausen), sowie vom Präsidenten der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland, Ali Ertan Toprak (Berlin/Bonn), initiiert. Nach der Niederlage der Terrormiliz „Islamischer Staat“ bestehe die Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten, heißt es in dem Text. Diskriminierung und Anfeindungen zwischen Religionsgemeinschaften prägten aber immer noch den Alltag in der Region. Die Bundesregierung sei gefordert, den Wiederaufbau zerstörter Dörfer zu unterstützen und den Dialog zwischen den Religionen zu fördern. Außerdem müsse den Opfern religiöser Verfolgung weiterhin in Deutschland Asyl gewährt werden. Darüber hinaus wird in der Resolution ein Ende der deutschen Rüstungsexporte an die Türkei gefordert. Sie würden zur Vertreibung und Verfolgung religiöser Minderheiten wie Christen, Jesiden und Aleviten in der Türkei und Nordsyrien beitragen.

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