Donnerstag • 20. Juni
Reinhardt Schink
12. Juni 2019

Die Deutsche Evangelische Allianz hat einen neuen „General“

v.l.: Angelika Steeb, Miriam Schink, der neue Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink, und der ehemalige Generalsekretär Hartmut Steeb. Foto: idea/Wolfgang Köbke
v.l.: Angelika Steeb, Miriam Schink, der neue Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink, und der ehemalige Generalsekretär Hartmut Steeb. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Bad Blankenburg (idea) – Mit einem Festgottesdienst ist der neue Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink (München), am 12. Juni im thüringischen Bad Blankenburg in sein Amt eingeführt worden. Der 54-Jährige folgt auf Hartmut Steeb (65), der das Amt an der Spitze des evangelikalen Dachverbandes 31 Jahre ausgeübt hat und nun verabschiedet wurde. In seiner Predigt vor den rund 600 Teilnehmern rief der Altpräses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG) und frühere Allianzvorsitzende, Peter Strauch (Witten), dazu auf, den geistlichen Charakter der Evangelischen Allianz zu bewahren. Es gebe viele Werke, Bewegungen und Menschen, die im Glauben an Christus begonnen hätten, aber kaum noch etwas von diesem pulsierenden Leben verkörperten. Wenn eine Bewegung älter werde, stehe sie in der Gefahr, sich zu institutionalisieren. Manchmal finde eine Gewichtsverlagerung statt und die äußere Form werde wichtiger, etwa wenn heiße Diskussionen über Musik-, Sprach- und Lebensstil geführt würden. Strauch ermutigte, auf Gott zu vertrauen: „Wir müssen als Leiter nie vorne gehen.“ Denn davor stehe Christus. Das bedeute konkret: „Mensch, entspann dich! Das Werk, das ich beginne, gehört Christus.“

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Für was die Allianz steht

Der Vorsitzende der Allianz, Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr) und sein Stellvertreter, Siegfried Winkler (München), segneten am Ende des Gottesdienstes Hartmut Steeb und seine Ehefrau Angelika für ihren neuen Lebensabschnitt. Vetter verwies vor der Einsegnung von Schink auf die fünf Grundaufträge der Allianz: Sie ist eine Gebets- und Bibelbewegung, steht für Evangelisation, will gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und in geistlicher Einheit leben. Er wisse, dass Schink diese Aufträge umsetzen und weitertragen wolle. Unter den Gästen waren unter anderen der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Bischof Efraim Tendero (New York/Manila), die frühere thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sowie der ehemalige Bundesgesundheitsminister und jetzige Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Hermann Gröhe. Tendero und Steeb waren zuvor bereits von Bad Blankenburg mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geehrt worden.

Einer der engagiertesten Spitzenvertreter

Steeb gilt als einer der engagiertesten Spitzenvertreter der Evangelikalen in Deutschland. Endgültig aus der Allianzarbeit ausscheiden wird er zum 30. September. Er wird unter anderem noch die 124. Bad Blankenburger Allianzkonferenz (31. Juli bis 4. August) vorbereiten und leiten. Der Diplom-Verwaltungswirt Steeb wird dann 50 Berufsjahre aktiv gewesen sein, 31 Jahre davon als Generalsekretär – zuerst ab 1988 in der westdeutschen und seit April 1991 in der gesamtdeutschen Allianz. Insgesamt hat er als Generalsekretär sieben Allianzvorsitzende erlebt: Fritz Laubach (1984–1991), Jürgen Stabe (1991–1994), Rolf Hille (1994–2000), Peter Strauch (2000–2006), Jürgen Werth (2007–2011), Michael Diener (2012–2016) und seit 2017 Ekkehart Vetter. Während der Amtszeit von Steeb baute die Allianz ihre evangelistischen und gesellschaftlichen Aktivitäten stark aus. Mitgegründet oder mitgestaltet hat er etwa die Aktion proChrist, die Micha-Initiative, die Willow-Creek-Kongresse in Deutschland, das „GemeindeFerienFestival SPRING“ und die Koalition für Evangelisation (ehemals Lausanner Bewegung Deutschland), deren Vorsitz er Ende 2017 niederlegte.

Für geistliche Einheit eingesetzt

Auf seine Initiative hin entstanden mehrere Allianz-Arbeitskreise, darunter „Kinder in Kirche und Gesellschaft“ „Migration und Integration“ und „Politik“. Ein besonderes Anliegen Steebs war es ferner, die geistliche Einheit der Christen voranzutreiben. Steeb gehört zudem zu den führenden Köpfen der deutschen Lebensrechtsbewegung. Im Vorstand des Bundesverbands Lebensrecht wird er weiterhin aktiv sein. Darüber hinaus stehe noch nicht fest, wo und ob er sich ehrenamtlich engagieren werde, sagte er idea: „Da will ich mich noch nicht festlegen.” Steeb ist seit 1975 mit seiner Frau Angelika verheiratet. Das Paar hat zehn Kinder und 16 Enkelkinder. In einer Würdigung für die Evangelische Nachrichtenagentur idea nannte der frühere Allianzvorsitzende Hille Steeb einen Glücksfall für die Allianz: „Er wollte die Allianz als Sammlungsbewegung der Evangelikalen in Deutschland voranbringen, und das ist ihm mit vielen Initiativen gelungen.“

Nachfolger Schink: Von der Allianz zur Allianz

Steebs Nachfolger Schink ist stellvertretender Vorsitzende des CVJM-Gesamtverbandes. Der im Strategischen Management promovierte Betriebswirt arbeitete seit 1997 in verschiedenen Management-Positionen im Versicherungskonzern Allianz. 2014 übernahm er die Leitung des Markt-Managements bei Allianz Global Benefits. Schink ist verheiratet mit Miriam und zweifacher Vater.

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