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Bremen
06. April 2020

Hassattacken gegen Pastor Olaf Latzel und seine Gemeinde

Seine theologisch konservativen biblischen Positionen stießen auf massiven Protest in der Linken-Szene, so Latzel. Foto: Pfarramt St. Martini
Seine theologisch konservativen biblischen Positionen stießen auf massiven Protest in der Linken-Szene, so Latzel. Foto: Pfarramt St. Martini

Bremen (idea) – Seit Anfang März sind der evangelikale Bremer Pastor Olaf Latzel und seine Gemeinde das Ziel von Hassattacken und Übergriffen. Seine theologisch konservativen biblischen Positionen stießen auf massiven Protest in der Linken-Szene, sagte Latzel der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

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„Unbekannte haben mein Auto an allen Seiten zerkratzt.“ Der Schaukasten und die Kirchentür der St.-Martini-Gemeinde, in der er arbeitet, wurden mit linken Symbolen und Hassparolen beschmiert. Anfang März störten 50 Demonstranten einen Gottesdienst. Sie verteilten vor der Kirche gefälschte Formulare für einen sofortigen Kirchenaustritt. Latzel: „Viele Gemeindemitglieder hatten Angst, fühlten sich bedroht.“

Ferner wurde ein voller 10-Liter-Eimer mit Joghurt gegen die Kirchentür geworfen. Ein Unbekannter bestellte auf den Namen des Pastors ein Auto bei einem Händler. Weil Gottesdienste mit Publikum wegen der Corona-Krise nicht mehr stattfinden können, strahlt Latzel jeden Sonntag einen digitalen Gottesdienst live aus, der rund 10.000 Besucher zählt. Vor kurzem versuchten unbekannte Hacker, die Übertragung mit Hassparolen und Links auf Pornoseiten zu stören.

Strafanzeige erstattet

Nachdem die Bremer Regionalausgabe der Bild-Zeitung am 4. April über die Vorfälle berichtet hatte, war die Kirchengemeinde in der Nacht zum 5. April noch einmal das Ziel von Angriffen. Das Schild „Jesus ist auferstanden“ wurde übersprüht und in einen Behälter mit missionarischen Mitnahmeschriften Farbe gekippt.

Latzel hat wegen der Übergriffe Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Wie er weiter sagte, hat die Polizei die nächtlichen Kontrollen verstärkt. Doch sie müssten ausgeweitet werden. In Kameraaufzeichnungen seien drei Männer zu sehen, wie sie die Kirche beschmierten.

In anderen Ländern passiert Schlimmeres

Wie er weiter sagte, gehört es zur Nachfolge Jesu Christi, verfolgt zu werden. In vielen Teilen der Erde müssten Christen viel Schlimmeres erleiden: „Das wird sich auch in Deutschland weiter verschärfen.“ Dass etwa in Bremen ein Sozialwerk nicht die Trägerschaft für einen Kindergarten habe übernehmen können, „nur weil es evangelikal ist“, weise bereits in diese Richtung.

Latzel: „Da kann ich nur sagen: Gute Nacht, Deutschland!“ Zugleich erlebe er, wie ihm Gott die Kraft gebe, solche Anfeindungen auszuhalten. Er erhalte Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland.

Rückendeckung von der FDP

Rückendeckung bekommt Latzel von der innenpolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, der Christin Birgit Bergmann. „Es ist Aufgabe des Staates, Sicherheit zu schaffen, damit Christen wieder ohne Angst ihren Glauben leben können.“ Sie begrüßt es, dass inzwischen der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen habe. Bergmann: „Wer Christen in einer Gemeinde angreift, der greift uns alle an.“

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