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20. September
12. September 2019

Landeskirchen rufen zum Klimastreik auf

Den globalen Klimastreik haben die Bewegung „Fridays for Future“ und ein breites Bündnis aus Umwelt-, Wohlfahrts-, Kultur- und Entwicklungsverbänden initiiert. Foto: pixabay.com
Den globalen Klimastreik haben die Bewegung „Fridays for Future“ und ein breites Bündnis aus Umwelt-, Wohlfahrts-, Kultur- und Entwicklungsverbänden initiiert. Foto: pixabay.com

Wetzlar (idea) – Zehn Landeskirchen haben bislang (Stand: 12. September) in Mitteilungen und Briefen dazu aufgerufen, sich am 20. September an dem globalen Klimastreik zu beteiligen. Diesen Aktionstag haben die Bewegung „Fridays for Future“ und ein breites Bündnis aus Umwelt-, Wohlfahrts-, Kultur- und Entwicklungsverbänden initiiert, um sich für mehr Tempo beim Klimaschutz auszusprechen. Zur Unterstützung angeregt haben die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die Evangelische Landeskirche in Baden, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Evangelisch-reformierte Kirche, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die von Westfalen.

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Hannover stellt Mitarbeiter für die Teilnahme frei

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers hat erstmals ihre Mitarbeiter von der Arbeit freigestellt, damit sie an Veranstaltungen und Aktionen teilnehmen können. Sie ruft dazu auf, den Klimastreik bereits am 15. September im Gottesdienst abzukündigen und die Besucher einzuladen, sich an den Aktionen zu beteiligen. Man empfehle zudem den Gemeinden, am 20. September Schöpfungsandachten oder Gottesdienste zu gestalten, zu denen mit dem Läuten der Kirchenglocken eingeladen werde. Auch einen Vorschlag für die Fürbitten im Gottesdienst hat die Landeskirche erarbeitet. Darin heißt es unter anderem, dass die Jugendlichen das Recht hätten, ernst genommen zu werden: „Wir haben die Aufgabe, sie zu unterstützen und das uns Mögliche zu tun, um zu schützen und zu bewahren, was du geschaffen hast.“

Bischof Dröge: Schutz des Planeten ist „unser dringlichstes Anliegen“

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge (Berlin), schreibt in der Pressemitteilung seiner Kirche: „Unsern Planeten zu schützen und zu bewahren, muss in der jetzigen Lage unser dringlichstes Anliegen sein.“ Doch in allem nötigen Tun „hoffen wir auf Gott, der uns und seine gesamte Schöpfung nicht verloren gibt“. Wie es weiter heißt, hat die oberste Verwaltungsbehörde „eine Arbeitszeitregelung gefunden, damit die Mitarbeitenden an der Klima-Demonstration teilnehmen können“.

Baden: Klimastreik im Gottesdienst, in Abkündigungen und Fürbitten aufgreifen

Die Evangelische Landeskirche in Baden schlägt in ihrer Mitteilung den Gemeinden, Diensten und Werken vor, die Demonstrationen vor Ort durch eine Andacht und Glockenläuten kurz vor Beginn der Aktion zu unterstützen. Zudem seien Kirchengemeinden eingeladen, sich an der Aktion „5 vor 12“ zu beteiligen: „Dabei sollen um 11.55 Uhr die Kirchturmuhren angehalten und bis zum Abend der Stundenschlag der Glocken ausgesetzt werden. Zudem sammle die Landeskirche unter ekiba.de/bue/allefuersklima Ideen und Aktionen der Gemeinden zum globalen Klimastreik: Bislang sind dort Veranstaltungen aus drei Städten (Freiburg, St. Georgen-Tennenborn, Karlsruhe) eingetragen. Gemeinden könnten das Thema am 15. September im Gottesdienst sowie in Abkündigungen und Fürbitten aufgreifen. Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh: „Es wird Zeit, dass wir handeln und persönlich vor Ort auch politisch Verantwortung übernehmen.“ Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung teilte mit: „Es ist wichtig, dass die Stimme der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung vor Ort hörbar wird.“ Die Bewahrung der Schöpfung sei schon seit Jahrzehnten ein zentrales Thema für die Kirche, so Jung. Aus Sicht des christlichen Glaubens werde die von Gott geschaffene Welt als Gabe verstanden, die den Menschen geschenkt und anvertraut sei. Damit sei der Auftrag verbunden, sorgsam mit ihr umzugehen und sie zu bewahren.

Beleuchtung von Kirchen für eine Stunde abschalten

Kirchenrat Frank Zeeb vom Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche ruft dazu auf, die Einladung „mit Kreativität anzunehmen und umzusetzen“. So könnten die Gemeinden um die Mittagszeit zu Andachten zur Schöpfungsbewahrung einladen und dafür die Glocken ab 5 vor 12 läuten lassen. Zudem könnte am Abend des 20. September die Beleuchtung von Kirchen nach dem Vorbild der „Earth Hour“ symbolisch für eine Stunde abgeschaltet werden. Die Evangelische Kirche der Pfalz unterstützt den weltweiten Klimaprotesttag gemeinsam mit dem (katholischen) Bistum Speyer. Wie es in der Mitteilung heißt, sind Pfarreien und Gemeinden eingeladen, eigene Impulse beispielsweise mit Schöpfungsgebeten, Meditationen und Andachten zu geben: „Auch Glockengeläut kommt infrage, um öffentlich ein Zeichen zum Schutz des Klimas zu setzen.“

Präses Kurschus ruft zum Gebet auf

Die Präses der westfälischen Kirche, Annette Kurschus (Bielefeld), ruft zum Gebet auf: „Beten Sie um Weisheit und Mut für die Entscheiderinnen und Entscheider in Politik und Wirtschaft.“ Ferner ermutigt sie Gemeinden und Kirchenkreise, die Arbeitszeit zu unterbrechen und den Mitarbeitern eine Teilnahme zu ermöglichen: „Als Kirche stellen wir uns an die Seite der Jugendlichen und unterstützen ihre Anliegen.“ Die Bremische Evangelische Kirche bekannte sich laut epd ebenfalls zu den Zielen der „Fridays for Future“-Bewegung. Am 20. September tagt in Berlin das Klimakabinett und entscheidet darüber, wie es mit dem Klimaschutz in Deutschland weitergehen soll.

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