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31.01.2013

Die Nachfrage nach Teufelsaustreibungen wächst

Rom/Warschau (idea) – Die Nachfrage nach Teufels- oder Dämonenaustreibungen nimmt in Italien rasant zu. Jedes Jahr suchen rund 500.000 Italiener, die sich für besessen halten, Exorzisten auf. Mehrere katholische Bistümer haben deshalb die Zahl der dafür qualifizierten Priester erhöht. So hat die Diözese Mailand jetzt zwölf statt vorher sechs Exorzisten. Auch in Florenz wurde die Zahl der Teufelsaustreiber erhöht. In Rom werden zur Ausbildung Schnellkurse veranstaltet. Insgesamt sollen in Italien rund 300 von der katholischen Kirche eingesetzte Exorzisten tätig sein. Eine ähnliche Entwicklung ist im ebenfalls katholisch geprägten Polen festzustellen, wie weiter aus Zeitungsberichten hervorgeht. Dort hat sich binnen 15 Jahren die Zahl der Exorzisten von vier auf 120 erhöht. Seit September erscheint die polnische Monatszeitschrift „Der Exorzist“ in 15.000 Exemplaren, die sich mit der Austreibung böser Mächte beschäftigt. Als eine Ursache für die zunehmende Nachfrage vermuten Psychologen die wirtschaftliche Unsicherheit. In Krisenzeiten hätten auch Magier, Okkultisten oder Wahrsager Zulauf.

Befreiung von bösen Mächten

Im Katholizismus ist der Exorzismus ein kirchlicher Ritus, bei dem ein Priester für einen Kranken um Befreiung von Mächten des Bösen durch die Kraft Christi betet. Das Ritual muss von einem Bischof genehmigt sein, und nur eigens beauftragte Priester dürfen es ausführen. Neben diesem Großen Exorzismus wird ein Kleiner bei der Taufe vollzogen, wenn für den Schutz des Kindes vor Satan gebetet wird. Im Protestantismus wird die Befreiung von dämonischen oder satanischen Mächten durch Gebet vor allem in Pfingstkirchen und der charismatischen Bewegung praktiziert. Kritiker warnen davor, psychische Erkrankungen vorschnell auf angebliche dämonische Einflüsse zurückzuführen.

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